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Drehbuch



[Das ist irgendwie scheiße formatiert, aber das passiert automatisch, wenn ich das vom Drehbuchprobramm hier reinkopiere. Weiß irgendeiner, wie ich hier ein pdf-Dokument einfüge?]







1 AUF EINER STRASSE AUSSEN/NACHMITTAG (1)

WETTER: BEDECKT

Nicki läuft über eine Straße. Sie wird von einem Auto
überfahren.


2 AUF EINER STRASSE AUSSEN/NACHMITTAG (2)

WETTER: BEDECKT

Nicki richtet sich, anscheinend unverletzt, auf. Richard
geht die Straße entlang, sieht sie.

RICHARD
(ruft)
Was machst du denn hier mitten
auf der Straße? Bist du
hingefallen?

NICKI
(verwirrt)
Öh? Weiß nicht.

Richard geht zu Nicki

RICHARD
(besorgt)
Aber weh getan hast du dir nicht,
oder? Komm, ich helf’ dir auf.

NICKI
(abwesender Blick)
Danke.

RICHARD
(abwägend, ob sie weitere
Hilfe benötigt)
Hast du’s weit bis nach Hause?

Nicki schweigt, wirkt verzweifelt.

RICHARD
(besorgt)
Alles in Ordnung?

NICKI
(weinerlich)
Ich weiß nicht.

RICHARD
(geduldig)
Komm doch erst mal von der Straße
runter. Wo wohnst du denn?






2.



NICKI
(überlegt angestrengt)
Ich ... weiß es nicht

RICHARD
(leicht verärgert)
Na hör mal, du musst doch wissen,
wo du herkommst. Wie heißt du
denn?

NICKI
(leicht panisch)
Ich hab keine Ahnung.

RICHARD
(skeptisch)
Hast du dein Gedächtnis verloren?

NICKI
(überlegt, nickt dann)
Ich glaub schon. Scheint so, da
ist - da ist einfach nichts.

RICHARD
(frustriert)
Scheiße.

NICKI
Wissen Sie - wissen Sie, was ich
jetzt machen soll?

RICHARD
Sag doch du - ich hab keine
Ahnung. Zur Polizei?

NICKI
(schreckt zurück)
Oh, nee. Bloß nicht. Bitte.

RICHARD
Aber irgendwo musst du doch
bleiben. Es muss doch jemanden
geben, der dich vermisst.

NICKI
Weiß nicht. Aber nicht zur
Polizei, die behalten mich doch
am Ende gleich da.

RICHARD
(überrascht)
Wieso, hast du was verbrochen?
(hat eine Idee)
Warte! Hast du nicht irgendwelche
Ausweise dabei? Führerschein,
Ausweis, wenigstens eine
Monatskarte für den Bus?




3.



Nicki durchsucht eifrig ihre Taschen und fördert Zettel,
Kaugummipapiere und Ähnliches zutage

NICKI
Hier sind Zettel ... aber nee,
sonst nichts. Hier steht:
"Dienstag, Zahnarzt, 13:45". Aber
der Zettel sieht alt aus.

RICHARD
(enttäuscht)
Schöner Schlamassel.
(überlegt)
Weißt du was, du kannst erst mal
mit mir mitkommen. Vielleicht
fällt meiner Freundin was ein.

NICKI
(skeptisch, dann
zuversichtlich)
Hm. Ja, ich glaub - danke, das
ist echt nett.

RICHARD
(seufzt)
So bin ich eben.


3 IN HEIKES UND RICHARDS WOHNUNG INNEN/NACHMITTAG (2)

Richard und Nicki betreten den Flur, Heike steht in der
angrenzenden Küche und macht Kaffee. Heike und Richard
küssen sich zur Begrüßung. Nicki steht etwas verloren am
Rand.

HEIKE
(freundlich)
Hallo, Schatz. Und wen bringst du
da mit? Hallo erstmal, ich bin
Heike.

Heike schüttelt Nickis Hand.

RICHARD
Achja, ich heiße übrigens
Richard.
(zu Heike)
Sie wusste nicht, wo sie hin
soll. Ich hab sie daundda
aufgelesen - sie scheint ihr
Gedächtnis verloren zu haben.

HEIKE
(erstaunt)
Was? Erzähl mal, Mädchen.

Nicki tritt heran und grinst verlegen. Heike mustert sie.




4.



[An dieser Stelle wird Zeit übersprungen, in der Nicki
erzählt, was sie alles nicht weiß.]

HEIKE
Wie alt du bist, weißt du dann
wohl auch nicht, was?

NICKI
(schüttelt den Kopf)
Nee. Äh, kann ich mich mal im
Spiegel sehen?

HEIKE
(lacht)
Sicher. Im Bad, gleich da um die
Ecke.

Heike zeigt in Richtung Bad. Nicki verlässt den Raum.

RICHARD
(wendet sich Heike zu)
Es tut mir echt leid, Schatz,
aber ich konnt’ sie doch so nicht
alleine lassen.

HEIKE
(schaut lächelnd zur Tür)
Kein Problem. Ich glaub, ich mag
sie.

RICHARD
Sie ist ein bisschen schüchtern,
oder?

HEIKE
Das wär ich in der Situation
glaub ich auch.

RICHARD
Sie wollte nicht zur Polizei.
Meinst du, sie könnte was
verbrochen haben?

HEIKE
(überrascht)
Du glaubst, dass sie spielt?


4 IM BAD INNEN/NACHMITTAG (2)

Nicki steht vor einem Spiegel im Bad und sieht sich selbst
mit ausdrucksloser Miene an. Sie betastet ihr Gesicht,
schneidet ein paar Grimassen, lächelt. Man hört das
Gespräch aus dem Nebenraum.







5.



5 IN HEIKES UND RICHARDS WOHNUNG INNEN/NACHMITTAG (2)

Richard und Heike setzen in der Küche ihr Gespräch fort.

RICHARD
Nein, ich denk’ schon, das ist
echt. Aber weil sie sagte, sie
hat Angst, dass sie dann gleich
da bleiben muss.

HEIKE
Hmm. Unwahrscheinlich ist das
nicht, falls sie nicht irgendwo
vermisst wird. Aber sie würde
eher in eine Klinik kommen, denk’
ich.
(fühlt sich unwohl mit
diesem Gedanken)

Nicki betritt leise wieder das Zimmer.

RICHARD
Da könnten die doch aber was
machen. Ich weiß nicht, wie man
ihr helfen kann.

HEIKE
(denkt nach, entdeckt Nicki,
überlegt, holt Luft)
Also, ich weiß auch nicht so
genau, was man da jetzt macht.
Entweder du gehst zur Polizei -

Nicki schüttelt vehement den Kopf

HEIKE
Richard hat aber durchaus Recht,
wenn schon jemand nach dir sucht,
wird die Polizei das wissen. Du
könntest auch zu einem Arzt gehen
- vielleicht ist da ja doch
irgendwas, Gehirnerschütterung
oder so, dann kann man das
vielleicht behandeln.

NICKI
(überlegt)
Aber mir geht’s doch prima.
Gibt’s denn keine andere
Möglichkeit?

HEIKE
(guckt Richard an)
Sie könnte erstmal hier bleiben.







6.



RICHARD
Nein.

HEIKE
Zumindest für eine Nacht. Wo soll
sie denn sonst hin? Wir können ja
erst mal gucken, vielleicht
erinnert sie sich morgen wieder.

RICHARD
Und wenn sie jemand sucht?

HEIKE
Ich kann ja morgen Sonja fragen,
die hat bestimmt Zugang zur
Vermisstenkartei. Nur für heute.

RICHARD
(hat eigentlich schon
nachgegeben)
Und wo soll sie schlafen?

HEIKE
Das Wohnzimmer ist groß genug.
Sie könnte die Couch haben.

RICHARD
(guckt noch eine Weile
streng, seufzt dann)
Ich hol schon mal den Schlafsack.

HEIKE
(zu Nicki)
Du kannst natürlich auch einfach
wieder gehen.

NICKI
(holt tief Luft)
Ich glaub, ich bleib erstmal
hier.

Heike lächelt ermutigend.

RICHARD
(beim Verlassen der Küche)
Schatz, ich muss dann nachher
noch mal los.

Richard verlässt die Küche

HEIKE
(resigniert, mit Humor)
Du kriegst deinen Kram aber auch
nie zur Arbeitszeit fertig.
(zu Nicki)
Magst du Tisch decken helfen? Wie
soll ich dich überhaupt nennen?




7.


Nicki nickt auf die erste Frage, zuckt verlegen mit den
Schultern auf die zweite.

RICHARD
(laut aus dem Wohnzimmer)
Kaspar Hauser!

Heike verdreht die Augen.


6 IN EINER KNEIPE INNEN/SPÄTABENDS (2)

Nicki und Heike sitzen an einem Tisch in einer Kneipe,
beide haben ein Bier vor sich stehen, von dem sie viel zu
schnell viel zu viel trinken. Es ist relativ voll.

NICKI
Bist du oft hier?

HEIKE
(zustimmend)
Hmm-hm. Gefällt’s dir hier?

NICKI
(lässt den Blick streifen)
Ein bisschen laut und
durcheinander. Genau richtig.

HEIKE
(lacht)
Genieß es ruhig. Das ist dann ja
jetzt sozusagen das erste Mal,
dass du hier bist.

NICKI
Ja. Ich meine - oh! Also, soweit
ich weiß, schon. Meinst du, ich
könnte schon mal hiergewesen
sein?

HEIKE
(zuckt mit den Schultern)
Gut möglich. Kommt dir denn
irgendwas bekannt vor?

NICKI
(sieht sich noch einmal um,
traurig)
Nee.

HEIKE
Hey. Das kommt schon wieder in
Ordnung. Du bleibst erstmal bei
uns, und ich versuch’
rauszufinden, ob du irgendwo
vermisst wirst, wo du gemeldet
bist und so, damit du wieder nach
Hause kannst, okay?




8.



NICKI
Aber heute bleib’ ich bei dir?

HEIKE
Hab’ ich doch gesagt. Hast du
Angst vor morgen?

NICKI
Nicht direkt. Aber dann muss ich
woanders hin, oder?

HEIKE
(verschwörerisch)
Wenn Richard sagt, nur für eine
Nacht, heißt das, er macht alles,
was ich sage. Und außerdem hat er
dich gefunden. Ich kann ihm also
immer sagen, es sei seine eigene
Idee gewesen.

NICKI
Aber er hatte nur gesagt, dass er
mich mitnimmt, weil dir
vielleicht was einfällt.

HEIKE
(lacht)
Hat er das gesagt? Aber daran
erinnerst du dich noch. Dann
liegt’s wahrscheinlich nicht
daran, dass du so vergesslich
bist.

Maik betritt die Kneipe.

NICKI
(grinst verlegen)
Wohl nicht. Sag’ mal, wie willst
du eigentlich rauskriegen, ob ich
vermisst werde?

HEIKE
Ich hab eine Freundin bei der
Polizei, die weiß sowas. Und ich
kann kucken, wieviele Mädchen es
in etwa deinem Alter und deiner
Größe und Augenfarbe und so in
der Gegend gibt.

NICKI
(macht große Augen)
Sowas weißt du?

HEIKE
Die sind schließlich alle bei mir
gemeldet. Ich arbeite im
Einwohnermeldeamt.




9.


Maik tritt an ihren Tisch, beobachtet Nicki.

MAIK
Ist hier noch frei?

HEIKE
(macht ein wenig Platz)
Ja, klar.

Maik setzt sich und zündet sich eine Zigarette an.

HEIKE
Entschuldige, hättest du
vielleicht auch eine für mich?

Maik reicht ihr eine Zigarette und zündet sie ihr an.

HEIKE
(zu Nicki)
Was meinst du, rauchst du?

NICKI
(lacht)
Woher soll ich das denn wissen?

HEIKE
Auch wieder wahr. Willst du mal
probieren?

NICKI
Ist das nicht schädlich?

HEIKE
Auf jeden Fall. Willst du?

NICKI
(kichert)
Na gut.

Heike gibt Nicki ihre Zigarette. Maik verfolgt das
Gespräch verwundert. Nicki nimmt einen Zug, beginnt aber
sofort zu husten.

HEIKE
Sieht so aus, als wärst du
Nichtraucher. Gib mal wieder her.

NICKI
(schüttelt den Kopf)
Ich probier’s nochmal.

Nicki nimmt erneut einen Zug, hustet wieder.

HEIKE
Komm, gib sie wieder. Ich will
nicht, dass du wegen mir anfängst
damit.





10.



NICKI
(widerwillig)
Wieso?

HEIKE
Weil das wirklich schädlich ist.
Wahrscheinlich darfst du sowieso
noch nicht rauchen. Außerdem
kostet das Zeug ein Schweinegeld.
Hast du welches?

NICKI
Schweinegeld? Nee, hab ich nicht.

HEIKE
(zu Maik)
Du musst entschuldigen. Sie hat
ihr Gedächtnis verloren.

MAIK
Ach! Das ist ja interessant.
(mustert Nicki)
Kann es sein, dass wir uns schon
mal begegnet sind?

NICKI
Das musst du schon selber wissen.
Ich kann mich nicht erinnern.

MAIK
Ja, doch, ich bin mir sicher. Und
du weißt wirklich nichts mehr?

NICKI
Nee. Tut mir leid.

MAIK
(beschwichtigend, legt ihr
eine Hand auf den Arm)
Ist doch nicht schlimm. Sag mal,
was machst du jetzt überhaupt?
Weißt du schon, wo du jetzt
bleibst?

HEIKE
(misstrauisch, unterbricht)
Sie bleibt erstmal bei mir. Woher
kennst du sie denn, wenn ich
fragen darf?

MAIK
Ich weiß nicht... ich kenn ihr
Gesicht aber, ich weiß es genau.
Irgendwann haben wir uns schon
mal gesehen.






11.



NICKI
Weißt du, wo ich wohne?

Maik schüttelt den Kopf, Nicki lässt ihren enttäuscht
hängen.


7 IN EINER KNEIPE INNEN/NACHT (2)

Später in der selben Kneipe. Heike, Maik und Nicki sind
schon reichlich betrunken und pokern um kleine Beträge.
Nicki hat das Spiel gerade erst gelernt. Als sie eine
Runde gewinnt, steht Maik auf.

MAIK
Na, ehe ich dir das wieder
abluchse, gehe ich besser nach
Hause.

NICKI
Jetzt schon?

MAIK
Na komm, es ist halb eins. Ich
muss noch arbeiten.

HEIKE
(zu Maik)
Na dann. War’n gutes Spiel, das
könnt’ man öfter machen.

MAIK
(nickt)
Auf jeden Fall. Falls ihr noch
weitermachen wollt, ich lass euch
die Karten hier.
(kritzelt auf einer der
Karten herum)
Und falls du mal Hilfe brauchst,
hier ist meine Nummer.

NICKI
Okay. Danke.

Maik verlässt die Kneipe. Nicki mischt die Karten.

HEIKE
Noch ’ne Runde? Bist du sicher?

NICKI
Ich glaub’, ich hab den Bogen
jetzt raus. Ich will nur -

Die Karten fallen Nicki aus der Hand auf den Boden.







12.



HEIKE
Du kriegst von mir keinen Alkohol
mehr, dass das klar ist. Du
verträgst das gar nicht.

NICKI
Die sind mir aus der Hand
gerutscht!

Nicki krabbelt unter den Tisch, um die Karten aufzuheben
und richtet sich mit Mühe wieder auf.

NICKI
Aber eine spielen wir noch?

Heike trinkt ihr Bier aus.

HEIKE
Aber dann ist Schluss.


8 IN HEIKES UND RICHARDS WOHNUNG INNEN/FRÜHMORGENS (3)

Nicki wacht in einem Schlafsack auf einer Couch im
Wohnzimmer auf. Sie steht auf, fasst sich verkatert an den
Kopf und stöhnt. Sie geht durch die Wohnung, findet Bad
und Küche und improvisiert Frühstück und Hygiene. Im
Hintergrund ist ganz, ganz leise das Piepsen eines EKGs zu
hören. Sie öffnet die Tür zu Richards Arbeitszimmer.
Richard sitzt an einem Computer.

NICKI
Oh, da bist du.

RICHARD
(arbeitet, dreht sich nur
kurz um)
Morgen. Hast du schon
gefrühstückt?

NICKI
(nickt)
Hmm-hm.

Nicki betritt das Zimmer, schließt die Tür hinter sich.

RICHARD
Gut. Du, ich hab hier zu tun,
kannst du mich dabei in Ruhe
lassen?

NICKI
Oh! Ich weiß aber nicht, was ich
jetzt machen soll.







13.



RICHARD
(dreht sich zu ihr um)
Heike kommt um vier nach Hause,
bis dahin musst du dich irgendwie
allein beschäftigen. Ich kann
jetzt echt nicht.

Nicki verlässt den Raum, macht die Tür hinter sich zu,
steht ein Weilchen im Flur und überlegt, verlässt dann die
Wohnung.


9 IM PARK AUSSEN/VORMITTAG (3)

WETTER: WINDIG/WOLKENDECKE BRICHT AUF/LEICHT BEWÖLKT

Nicki streift ziellos durch die Straßen und gelangt in den
Park. Am Spielplatz hört sie den Auslöser von Lennarts
Fotoapparat und guckt suchend nach oben. Lennart sitzt auf
dem Spielplatzhäuschen und fotografiert einen Baum.

NICKI
Hallo!

LENNART
(verunsichert)
Äh?

NICKI
(neugierig)
Was machst du denn da oben?

LENNART
(verwirrt)
Da ist ein Vogel.

NICKI
(entzückt)
Ooh! Wo?

LENNART
Jetzt seh ich ihn nicht mehr.
Aber er war hier.

NICKI
(klettert bis zum Häuschen)
Zeig mal, vielleicht kommt’s
wieder.

LENNART
Da drüben. Aber er kommt nur,
wenn man ganz still ist.

NICKI
(trampelt ins Häuschen)
Achso.
(ist kurz still)




14.


NICKI
Wie lange muss ich denn still
sein?

LENNART
Länger.

NICKI
Schade. Warum sitzt du hier?

LENNART
(hält seine Kamera in ihr
Blickfeld)
Ich mach Fotos

NICKI
Die ist ganz schön groß!

LENNART
(nickt stolz)
Das ist eine Kodak DC280. Machst
du auch Fotos?

NICKI
Nee. Ich hab keine Kamera.

LENNART
(erstaunt)
Was machst du dann hier?

NICKI
Weiß nicht. Ich rede mit dir.

LENNART
Ja.

NICKI
Stör ich dich?

LENNART
Hmmm. Nein. Ich kenn nur nicht
viele Leute.

NICKI
Ich auch nicht. Ich hab mein
Gedächtnis verloren.

LENNART
(verwirrt)
Was heißt das?

NICKI
Na ja, ich kenn überhaupt
niemanden, weil ich mich an
nichts erinnern kann. Ich weiß
nicht mal, wie ich heiße, wo ich
wohne, solche Sachen.





15.



LENNART
(erstaunt)
Dann kommst du ja gar nicht nach
Hause.

NICKI
(zuckt mit den Schultern)
Ja. Andererseits hab ich kein
Heimweh, weil ich ja nicht weiß,
wo ich zu Hause bin.

LENNART
Praktisch. Aber wenn zu Hause
jemand auf dich wartet? Wenn ich
nicht nach Hause kommen würde,
würde sich Stefan bestimmt Sorgen
machen, das weiß ich.

NICKI
(unbeeindruckt)
Aber davon weiß ich ja dann
nichts, das kann ich ja nicht
wissen. Heike hat gesagt, sie
guckt nach, beim Amt.

LENNART
Das ist gut. Wer ist das?

NICKI
Ich hab bei ihr geschlafen. Ihr
Freund hat mich gefunden, aber
jetzt haben sie keine Zeit für
mich.

LENNART
Oh. Und was machst du jetzt?

NICKI
(grinst)
Ich rede mit dir. Und dann lauf
ich ein bisschen durch den Park,
glaub ich. Hier ist es schön.

LENNART
Ja.

NICKI
Willst du mitkommen? Wir können
ein bisschen Vögel suchen.

LENNART
(schüchtern)
Gerne.

Sie klettern herunter und spazieren durch den Park. Nicki
verjagt Vögel, Lennart fotografiert sie stattdessen. Sie
lachen viel.




16.



10 IN DER STADT AUSSEN/MITTAG (3)

WETTER: SONNIG/LEICHT BEWÖLKT

Nicki und Lennart spazieren durch die Straßen. Lennart
erzählt mit Begeisterung von seiner Kamera.

LENNART
Das hier ist die Blende, die
entscheidet über die Lichtstärke.
Wenn du die größer drehst, dann
hast du weniger Licht, dafür ist
die Schärfentiefe größer.

NICKI
(fasziniert)
Und was ist die Schärfentiefe?

Lennart schaut durch den Sucher, dreht ein wenig an den
Reglern. Kameraperspektive zeigt das, was er im Sucher
sieht.

LENNART
Der Bildbereich, den du scharf
siehst. Also, bei großer Blende
ist der Bereich der scharf
abgebildeten Entfernungen - oh!

Stefan taucht aus einer Querstraße auf, sieht die beiden,
läuft auf sie zu. Lennart lässt die Kamera sinken.

STEFAN
Mensch, Lennart, wo hast du denn
gesteckt? Ich wollte doch Mittag
machen?

LENNART
(erstaunt, mit schlechtem
Gewissen)
Oh. Ich wusste nicht, wie spät
es ist.

STEFAN
(zu Nicki)
Hallo erst mal, ich bin Stefan.
Ich bin Lennarts Bruder. Und du?

LENNART
Ich hab’ sie im Park getroffen.

NICKI
Ich hab auch noch kein Mittag
gegessen.

STEFAN
Es tut mir echt leid, aber ich
hab’ jetzt keine Zeit mehr, noch




17.



STEFAN
was zu kochen. Kannst du dir
selbst was holen, wenn ich dir
Geld mitgebe?
(guckt Nicki von der Seite
an)
Von mir aus lad’ sie mit ein.

LENNART
(holt tief Luft)
Ich glaube, das kriege ich hin.

STEFAN
(reicht ihm etwas Geld)
Aber du bist bitte zu Hause, wenn
ich wiederkomme. Ich möchte nicht
noch einmal suchen müssen.

LENNART
Okay.

Stefan nickt ihnen noch mal zu und geht dann weg.

LENNART
Das war Stefan. Ich hab ja
gesagt, er würde sich Sorgen
machen. Er hat immer nur eine
Stunde Mittagspause,
normalerweise essen wir zusammen
zu Hause.

Lennart führt Nicki zum nächsten Döner/Pizza/sonstewas.

LENNART
Was möchtest du?


11 IN STEFANS UND LENNARTS WOHNUNG INNEN/NACHMITTAG (3)

Lennart und Nicki sitzen im Wohnzimmer. Lennart sitzt am
Computer und zeigt ihr Bilder. Stefan kommt nach Hause.

STEFAN
Guten Tag. Habt ihr’s gemütlich?

NICKI
Ja.

STEFAN
Jetzt muss ich aber doch mal
fragen - wer bist du denn?
NICKI
Weiß ich nicht.

Stefan lacht ungläubig auf.






18.



LENNART
(stolz, dass er weiß, was
los ist)
Sie hat ihr Gedächtnis verloren.

NICKI
Nicht jetzt. Also gestern. Von
davor weiß ich nichts mehr.

STEFAN
(setzt sich zu ihnen)
Und wo bist du gestern geblieben?

NICKI
Richard hat mich gefunden, und
mit zu sich genommen. Aber ich
weiß nicht, ob ich den Weg noch
mal finde.

STEFAN
Jetzt mal von Anfang an ...

[An dieser Stelle wird Zeit übersprungen, in der Nicki
erzählt, was sie alles nicht weiß.]

STEFAN
Und Heike und Richard, weißt du
noch, wie sie heißen? Wo sie
arbeiten? Irgendwas?

NICKI
Na ja, Heike arbeitet im
Einwohnermeldeamt, das hatte sie
gesagt.

STEFAN
(nachdenklich)
Darüber könnte man sie vielleicht
finden. Den Nachnamen weißt du
nicht mehr?


12 RÜCKBLENDE: IM HAUSFLUR INNEN/NACHMITTAG (2)

Richard und Nicki stehen im Treppenflur, Richard schließt
die Wohnung auf. Das Namensschild ist zu lesen.


13 IN STEFANS UND LENNARTS WOHNUNG INNEN/NACHMITTAG (3)

Nicki und Stefan setzen im Wohnzimmer ihre Unterhaltung
fort. Lennart sitzt schweigsam daneben.

NICKI
[Nachname]! Oder so ähnlich.






19.


STEFAN
Sehr gut! Das kriegen wir hin!
(zu Lennart)
Holst du mir mal das Telefonbuch?

Lennart steht eifrig auf und verlässt den Raum. Stefan
hält das Telefon hoch.

STEFAN
Möchtest du anrufen? Oder soll
ich das machen?

NICKI
Lieber du. Was sollte ich denn
sagen?

STEFAN
Also, ich will rausfinden, wer
sich jetzt um dich kümmert. Du
musst doch irgendwo herkommen.
Wenn die zwei dir da helfen
wollen, dann solltest du besser
dort bleiben. Außerdem haben wir
hier gar kein Gästezimmer oder so
etwas.

Lennart kommt aufgeregt mit dem Telefonbuch in der Hand in
den Raum. Stefan nimmt ihm das Buch ab, blättert darin
herum, hält auf einer Seite an.

STEFAN
Na, dann wollen wir mal.

Er zeigt auf den passenden Eintrag, tippt die Nummer ins
Telefon ein.

STEFAN
Schönen guten Tag, hier ist
Stefan [Nachname]. Bei mir ist
eine junge Frau aufgetaucht, die
ihren Namen nicht kennt.
(hört aufmerksam zu, nickt,
wendet sich dann an Nicki)
Möchtest du Heike sprechen?

NICKI
(nimmt den Telefonhörer
entgegen, nickt nervös)
Hallo?
(Pause)
Ich wusste nicht, wo ich
hinsollte. Richard hat gesagt,
ich soll mich allein
beschäftigen. Was sollte ich denn
machen?
(Pause)
Ich hab’ im Park jemanden
kennengelernt. Da bin ich jetzt.




20.



(Pause)
Ich weiß nicht. Lennart hat
gesagt, ich darf, aber sein
Bruder meint, es ist gar kein
Platz.

Nicki reicht den Telefonhörer an Stefan zurück.

STEFAN
Ja?
(Pause)
Ja, ich kann sie gar nicht
aufnehmen. Das wäre besser.
(Pause)
Achso.
(Pause)
Könnten Sie sie vielleicht
abholen? Das wäre das Beste.


14 IN DER STADT AUSSEN/SPÄTNACHMITTAG (3)

WETTER: SONNIG/LEICHT BEWÖLKT

Nicki und Heike sind auf dem Heimweg. Nicki hält einen
Zettel mit Stefans und Lennarts Adresse in der Hand und
verstaut ihn sorgfältig. Nicki und Heike tauschen
zufriedene Blicke.


15 IN HEIKES UND RICHARDS WOHNZIMMER INNEN/NACHT (3)

Nicki liegt im Schlafsack auf der Couch im Wohnzimmer und
bekommt plötzlich Halluzinationen. Sie sieht sich verstört
um, hört dabei eine verzerrte Stimme, die an Maik
erinnert. Sie holt aus ihrer Jackentasche schließlich die
Spielkarten hervor, unterstreicht Maiks Telefonnummer und
legt die Karte gut sichtbar auf den Tisch vor ihr. Sie
dreht sich um und hält sich die Ohren zu.


16 IN HEIKES UND RICHARDS KÜCHE INNEN/MORGENS (4)

Nicki betritt verschlafen die Küche. Der Tisch ist für
drei Personen gedeckt, Heike isst Frühstück, Richard
trinkt Kaffee.

HEIKE
Setz dich. Gut geschlafen?

NICKI
(zuckt mit den Schultern)
Ganz okay.

Nicki analysiert den Inhalt des Tisches und macht sich
zögerlich etwas zu essen.





21.



RICHARD
(zögerlich)
Ich wollte dich gestern nicht
wegschicken. Ich war nur in meine
Arbeit vertieft, da kann ich
schon mal ein bisschen grantig
werden.

Nicki sieht erstaunt und positiv überrascht auf.

HEIKE
Bis uns was Besseres einfällt,
kannst du bei uns bleiben. Wenn
wir nicht rauskriegen, wer du
bist, stell ich dir halt einen
Ausweis aus.

NICKI
Was? Echt?

HEIKE
(abwehrend)
Das war nur so eine Idee! Sag das
bloß keinem, ich darf sowas gar
nicht!

NICKI
(enttäuscht)
Achso.

Es klingelt an der Tür. Richard steht auf und öffnet.

RICHARD
(über die Schulter, in
Richtung Küche)
Kennst du einen gewissen Lennart
[nochwas]?

Nicki springt freudig auf, Richard öffnet die Tür und geht
zurück in die Küche, Lennart betritt die Wohnung.

LENNART
(unsicher, spult seinen Text
wie auswendig gesagt
herunter)
Tag, ich hab noch ein bisschen
Zeit, wenn’s hell ist, geh ich am
Fluss fotografieren, ich dachte
vielleicht, ich wollte fragen,
vielleicht willst du mitkommen?

NICKI
(freut sich)
Gerne! Jetzt gleich?







22.



LENNART
In einer Stunde oder so. Es ist
noch zu dunkel.

HEIKE
Na, komm erst mal rein. Ich muss
jetzt los zur Arbeit, Richard,
kannst du solange ein wenig
aufpassen?

Richard nickt, Heike zieht sich an und geht, Nicki und
Lennart gehen ins Wohnzimmer.

LENNART
Hier wohnst du jetzt?

Lennart sieht sich interessiert um.

NICKI
Na ja, erstmal. Jedenfalls hab
ich hier geschlafen.

Lennart guckt sich das Bücherregal an. Nicki stellt sich
neben ihn. Lennart zieht einen Naturführer heraus. Nicki
sieht ihm neugierig über die Schulter.

NICKI
Was hast du da?

LENNART
(zeigt ihr das Buch)
Da sind ein paar Fotos von mir
drin.

Nicki nimmt ihm das Buch beeindruckt ab und schlägt den
Bildnachweis auf. Richard betritt das Zimmer mit einem
Stadtplan und einem Zettel in der Hand. Nicki wendet sich
ihm zu, er gibt ihr die Zettel.

RICHARD
Das hier ist ein Stadtplan. Hier
steht unsere Adresse und die
Telefonnummer. Wenn du gehst,
denk dran, dass Heike um vier zu
Hause ist und ich auch manchmal
auswärts arbeiten muss, also ruf
am Besten an, wenn du
wiederkommst. Das ist Kleingeld
zum Telefonieren.

NICKI
(nickt begeistert)
Danke!

Lennart nimmt den Stadtplan und erklärt Nicki, wo er
wohnt, wo der Park ist und ähnliches. Richard schmunzelt
und geht wieder aus dem Zimmer.




23.



17 SCHÖNE LANDSCHAFT AUSSEN/VORMITTAG (4)

WETTER: SONNIG

Nicki und Lennart durchstreifen Wiesen, Fluss und
Umgebung, klettern hier und da herum und machen Fotos.

(Kamera konzentriert sich auf die Landschaft, die Fotos,
die Lennart macht, werden eingeblendet)


18 IN HEIKES UND RICHARDS WOHNUNG INNEN/NACHMITTAG (4)

Heike kommt von der Arbeit nach Hause

HEIKE
Tag! Bist du da?

Richard kommt aus seinem Arbeitszimmer.

RICHARD
Hier. Hallo, Schatz.

HEIKE
(küsst ihn)
Ich meinte eigentlich unseren
Gast.

Heike geht ins Wohnzimmer, Richard folgt ihr. Nicki sitzt
auf der Couch. Neben ihr liegt aufgeschlagen der
Naturführer.

NICKI
Hallo.

HEIKE
Hey. Ich hab Neuigkeiten.

NICKI
(neugierig)
Erzähl.

Richard setzt sich.

HEIKE
Also, ich hab jetzt ein bisschen
nachgeforscht, es gibt keine
Vermisstenanzeige, die auf dich
passt. Und in meinen Akten hab
ich auch nichts gefunden - du
kommst wahrscheinlich nicht von
hier.

NICKI
Oh. Woher dann?






24.



HEIKE
Wenn ich das wüsste. Ich dachte
nur, dass dich das interessieren
könnte.

NICKI
Hmm-hm. Was nun?

HEIKE
Ohne Papiere kannst du nicht
arbeiten. Ohne Arbeit kein Geld,
ohne Geld keine Wohnung. Das ist
ein ziemliches Problem. Ich
glaube nicht, dass wir so
weiterkommen.

RICHARD
Du solltest dich echt mal an
jemanden wenden. Bis jetzt ist
deine Erinnerung nicht
zurückgekommen, und dann tut sie
das auch nicht von alleine.

NICKI
(kleinlaut)
Was soll ich denn machen?

RICHARD
Ich glaube, Polizei ist der
falsche Ansatz - darum muss sich
ein Arzt kümmern. Ich kann dir
nicht helfen, das merkst du doch.
Und wir können dich ja nicht ewig
durchfüttern.

HEIKE
(ärgerlich)
Hier geht’s doch nicht um’s
durchfüttern! Überhaupt, sie ist
doch völlig gesund, was soll sie
bei einem Arzt?

RICHARD
Was weiß ich, Menschen verlieren
nicht einfach so das Gedächtnis.

HEIKE
Was wenn doch? Wir müssen ihr
doch helfen! Was kann sie denn
dafür?

RICHARD
Was kann ich denn dafür? Sie soll
sich Hilfe holen, ja, aber
professionelle! Soll ich jetzt
Babysitter spielen, weil ich
jemandem aufgeholfen habe, der




25.



RICHARD
verwirrt auf der Straße saß?
Wieso ist denn das jetzt unsere
Verantwortung? Sie kann hier
nicht bleiben!

HEIKE
Wieso denn nicht? Willst du sie
abschieben ins Heim oder was?
Falls sie dafür nicht zu alt ist.

RICHARD
Was heißt denn hier abschieben,
dafür ist sowas doch da! Du
kannst sie doch nicht einfach
aufnehmen wie ein verwahrlostes
Katzenbaby!

Nicki beobachtet den Streit verstört und leidet zunehmend
unter Halluzinationen. Schließlich steht sie auf und rennt
aus dem Haus. Heike ruft ihr hinterher, aber sie dreht
sich nicht um.


19 IN DER STADT AUSSEN/NACHMITTAG (4)

WETTER: WOLKIG, AUFZIEHENDE REGENWOLKEN

Nicki geht in eine Telefonzelle, holt die Spielkarte mit
Maiks Nummer hervor, wählt. Maiks Stimme kommt wie über
Telefon verzerrt aus dem Off.

MAIK
Hallo?

NICKI
Ja.

MAIK
Wer ist da?

NICKI
Weiß ich nicht.

MAIK
(lacht)
Aah, ich weiß. Wollen wir uns
treffen?


20 IM PARK AUSSEN/NACHMITTAG (4)
WETTER: WOLKIG, AUFZIEHENDE REGENWOLKEN

Maik und Nicki sitzen auf einer Bank im Park. Nicki
beendet gerade ihre Erzählung.






26.



NICKI
... jedenfalls glaub’ ich nicht,
dass ich wieder zurück kann, und
selbst wenn, ich will nicht, dass
die sich wegen mir streiten. Und
Heike meinte, ich kann ohne
Papiere nicht arbeiten und keine
Wohnung finden und so. Ich will
gar keine Wohnung. Ich weiß aber
auch sonst nichts anderes.

MAIK
(legt einen Arm um Nicki)
Das ist doch alles nicht so
schlimm. Du kannst bei mir
wohnen! Das kostet dich gar kein
Geld, und für mich arbeiten
kannst du auch ohne Papiere.

NICKI
Was soll ich denn machen?

MAIK
Da finden wir schon was. Ich
kümmere mich, in Ordnung?
Möchtest du gleich zu mir?

NICKI
Oh, klar. Äh, nein, ich will nur
gern Lennart Bescheid sagen. Dass
er weiß, wo ich bin. Kann ich
dich nochmal anrufen, dann?

MAIK
(enttäuscht)
Ja, klar. Ich geb dir meine
Adresse mit, da kannst du dann
gleich hinkommen, wenn du so weit
bist. Aber gib die bitte
niemandem weiter, ich mag das
nicht, wenn Fremde bei mir
klingeln.

NICKI
Bin ich nicht auch fremd?

MAIK
Aber wir haben uns doch jetzt
schon zweimal getroffen. Und ich
weiß zwar echt nicht, woher, aber
wir haben uns 100 pro schon mal
gesehen. Ich bin sicher, wenn
dein Gedächtnis irgendwann
zurückkommt, dann erkennst du
mich auch.






27.



NICKI
(nickt unsicher)


21 AN STEFANS UND LENNARTS HAUSEINGANG INNEN/NACHMITTAG (4)

WETTER: WOLKIG, AUFZIEHENDE REGENWOLKEN

Nicki klingelt an Stefans und Lennarts Tür. Stefan lässt
sie herein.

STEFAN
Na? Lennart ist grade nicht da,
der hat ein Treffen.

NICKI
Oh. Ein Treffen?

STEFAN
Na ja, für seine Bilder. Er
verkauft ja auch welche, und die
Käufer möchten sich die vorher
ganz gerne angucken. Magst du
trotzdem reinkommen?

NICKI
Oh, okay.

STEFAN
Setz dich. Willst du was essen?
Ich hab noch Salat da.

NICKI
Gerne.

Stefan führt sie in die Küche, holt Salat aus dem
Kühlschrank und gräbt nach Besteck und Schüssel. Nicki
setzt sich unsicher.

STEFAN
Ich bin sehr überrascht, wie gut
du dich mit Lennart verstehst. Er
ist sehr zurückhaltend.

NICKI
(zuckt mit den Schultern)
Ja ...

Stefan setzt sich, stellt ihr eine Schüssel Salat hin und
beobachtet sie aufmerksam.

STEFAN
Mein Bruder ist Autist.

NICKI
Was ist das?





28.


STEFAN
Eine Krankheit. Das heißt, eher
eine angeborene Besonderheit. In
schweren Fällen sind Autisten
unfähig, mit Menschen umzugehen.
Lennart hat eine milde Form
davon. Er kommt in der Regel ganz
gut zurecht, ohne aufzufallen,
aber er sucht von sich aus keinen
Kontakt.

Nicki sieht ihn überrascht an.

STEFAN
Er hat noch nie alleine jemanden
besucht. Er hat Angst vor
Menschen.

NICKI
(unsicher)
Du meinst, ich soll ihn in Ruhe
lassen?

STEFAN
Nein, nein. Im Gegenteil. Ich bin
sehr froh, dass er sich mit dir
versteht. Ich möchte nur, dass du
weißt, was mit ihm los ist.
Manchmal benimmt er sich seltsam,
oder weiß mit Sachen nichts
anzufangen, die für andere völlig
normal sind.

NICKI
(erleichtert)
Was denn zum Beispiel?

STEFAN
Er kann zum Beispiel nicht
einschätzen, was für Gefühle von
ihm erwartet werden, dass er sie
zeigt. Wenn ihm ein Geschenk
nicht gefällt, dann schmeißt er
es eben weg. Du darfst es nicht
zu persönlich nehmen, wenn dich
etwas verletzt, was er sagt. Er
denkt über solche Sachen nicht
nach.

NICKI
(überlegt)
Okay.

STEFAN
Das hat ja nichts mit dir oder
anderen zu tun, und er meint es
gar nicht so. Er versteht ja auch
keine indirekten Sachen.




29.



NICKI
Was für indirekte Sachen?

STEFAN
Wenn du was von ihm willst, musst
du ihn auch dazu auffordern. Wenn
du fragst: "Kannst du mir sagen,
wie spät es ist", dann sagt er:
"Ja, kann ich!"

Nicki kichert.

STEFAN
Also, ich dachte, es ist gut,
wenn du das weißt. Wenn du ihn
treffen willst, kannst du zum
Hafen gehen, sein Gespräch müsste
bald vorbei sein, und dann ist er
wahrscheinlich dort.

NICKI
(winkt ab)
Oh, eigentlich wollte ich nur
Bescheid sagen, dass ich nicht
mehr bei Heike und Richard bin.

Nicki steht auf.

STEFAN
Oh. Sondern?

NICKI
Bei Maik. Ich hab ihn im [Name
der Kneipe] getroffen, und er
sagt, er hat mich schon mal
irgendwo gesehen, also vorher,
vor meinem Gedächtnisverlust. Und
dass ich für ihn arbeiten kann.

STEFAN
Hmm. Das ist natürlich praktisch.
Als was?

NICKI
Weiß ich noch gar nicht so genau.
Das werd ich dann ja sehen.

STEFAN
Wenn du meinst. Pass auf jeden
Fall auf dich auf, okay? Komm am
Besten die nächsten Tage noch mal
vorbei, oder ruf einfach an.

Stefan bringt Nicki zur Tür.







30.



NICKI
Mach ich. Und danke.

STEFAN
Kein Problem. Tschau.

NICKI
Tschau.


22 VOR UND IN MAIKS WOHNUNG INNEN/SPÄTNACHMITTAG (4)

Nicki klingelt. Maik öffnet.

MAIK
Ah, da bist du ja.

Nicki tritt ein. Maik führt sie in ein kleines, spärlich
eingerichtetes Zimmer mit einem großen Bett.

MAIK
Das hier wird dein Zimmer.
(mustert sie)
Hast du eigentlich noch andere
Klamotten? So für die Arbeit ...

NICKI
(riecht an ihrem Ärmel und
verzieht das Gesicht)
Schön wär’s. Ich hab gar nichts.

MAIK
(beruhigend)
Ist nicht so schlimm. Ich kann
die Sachen geben, aber das kostet
mich ja auch Geld ...

NICKI
(eingeschüchtert)
Hab ich doch keins ...

MAIK
Na ja, das kannst du doch wieder
bei mir abarbeiten.

NICKI
Das wär okay.

MAIK
Dann guck dich ruhig um, ich such
mal kurz nach Sachen für dich.

Maik geht. Nicki lässt sich aufs Bett plumpsen, lächelt,
wartet kurz, steht auf und sieht aus dem Fenster. Maik
kommt zurück mit einigen sehr, sehr freizügigen
Kleidungsstücken auf dem Arm.





31.



MAIK
Falls du sonst noch etwas
brauchst, sag einfach Bescheid.
Ich kümmere mich von jetzt an um
dich. Wenn du gut arbeitest,
besorg ich dir eine eigene
Wohnung, wie wär das?

NICKI
Oh. Äh, ja, gut. Was arbeite ich
überhaupt?

MAIK
Das zeig ich dir gleich. Zieh mal
das hier an.

Maik reicht ihr eins von den Kleidern. Nicki sieht es sich
skeptisch an.

NICKI
Das soll ich anziehen?

MAIK
Na sicher. Nun komm schon, du
brauchst nicht schüchtern sein.
Du hast doch einen tollen Körper,
das kannst du doch ruhig zeigen.

NICKI
(verschämt)
Ich weiß nicht ... wo ist denn
das Bad ...

MAIK
Schämst du dich vor mir?

NICKI
(wird rot)
Na ja.

MAIK
Brauchst du nicht. Ich will dir
doch helfen.

Maik geht zu ihr und macht die obersten Knöpfe ihrer Jacke
auf.

MAIK
Siehst du, für mich zu arbeiten
ist gar nicht schwer. Du darfst
nur keine Angst haben, und dann
brauchst du nur zu machen, was
ich sage. Wenn dann deine Kunden
kommen, machst du das Gleiche.
Das ist ganz einfach, pass auf.






32.



Maik kommt näher und zieht ihre Jacke aus. Nicki starrt
ihn erst fassungslos an, begreift dann, fängt an zu
zittern, bekommt Halluzinationen, stößt Maik zur Seite und
rennt aus dem Haus.


23 IN DER STADT AUSSEN/SPÄTNACHMITTAG (4)

WETTER: STURM, REGEN

Nicki rennt durch die Straßen und halluziniert. In der
Hand hält sie immer noch das Kleidchen. Immer wieder dreht
sie sich hektisch um. Sie hört Stimmen (Maiks?), die mit
ihr reden und hört ihren Namen. Sie stolpert und rennt
weiter bis zu Stefans und Lennarts Wohnung, traut sich
zunächst nicht, die Klingel zu drücken und sinkt im
Hauseingang in sich zusammen. Die Halluzinationen lassen
nach und sie beruhigt sich, steht wieder auf und klingelt.


24 IN STEFANS UND LENNARTS WOHNUNG INNEN/SPÄTNACHMITTAG (4)

Nicki sitzt in der Küche, die Arme um die Knie
geschlungen. Stefan sitzt ihr gegenüber. Auf dem Tisch
steht eine Kanne Tee.

STEFAN
Immerhin haben wir jetzt eine
Idee, wie du heißen könntest.

NICKI
(ungläubig)
Was?

STEFAN
(zuckt mit den Schultern)
Man soll immer die positiven
Seiten sehen.

NICKI
Was machen wir denn jetzt?

STEFAN
Erstmal bleibst du hier. Wir
finden schon eine Matratze und
ein kleines Plätzchen für dich.
Außerdem ... ich habe ein wenig
nachgedacht. Du musst gar nicht
unbedingt zur Polizei gehen, oder
in eine Klinik. Wenn du zu einem
ambulanten Arzt gehst, dann
unterliegt der der
Schweigepflicht. Das heißt, der
darf niemandem ohne dein
Einverständnis weitersagen, was
du ihm erzählst.





33.



NICKI
(erstaunt)
Echt?

STEFAN
Ja. Das einzige Problem ist nur,
dass du keine Chipkarte hast und
deshalb nicht einfach so zu einem
Therapeuten gehen kannst. Aber
ich kenn von Arbeit einen ...
wenn du einverstanden bist, kann
ich mal fragen, ob er bereit
wäre, dir so zu helfen, privat.
Wäre das okay für dich?

NICKI
(zögernd)
Ich denke schon.

STEFAN
Du kannst ja auch erst mal
darüber nachdenken.

NICKI
Nein, das klingt schon gut. Ich
muss es ja zumindest probieren,
oder?

Ein Schlüssel dreht sich im Schloss.

STEFAN
Das wird Lennart sein. Ich rede
mal mit dem Therapeuten, okay?
Ganz unverbindlich.

NICKI
(richtet sich auf)
Okay.

Lennart kommt herein

LENNART
Hey!

NICKI
Lennart! Ich heiß übrigens Nicki.
Glaub ich.

LENNART
Äh.

Stefan legt den Kopf in die Hand und schüttelt den Kopf.

STEFAN
Ihr klärt das mal untereinander.
Ich geh telefonieren.





34.



25 IN STEFANS UND LENNARTS WOHNUNG INNEN/SPÄTNACHMITTAG (4)

Lennart zerrt mit Nicki eine Schaumstoffmatratze durch die
Wohnung.

LENNART
Hier vielleicht?

NICKI
Dann geht die Tür nicht mehr auf.
Wie wär’s da drüben?

Stefan erscheint in der Tür.

STEFAN
Nicki? Der Therapeut meint, er
hätte nachher gleich Zeit. Er
könnte hierher kommen. Wie wär
das?

NICKI
Hier? Das ist toll. Ja, das geht.

Das Telefon klingelt. Stefan geht ran.

STEFAN
[Nachname], guten Tag.
(Pause)
Ja, die ist hier.
(Pause)
Um ehrlich zu sein, wir richten
ihr gerade einen Schlafplatz her.
(Pause)
Ja.
(Pause)
Oder so. Aber dann sollte ich
vielleicht vorher noch was
erklären ... oder sie macht das
besser selber.
(Pause)
Ja. In Ordnung.
(Pause)
Okay, bis dann.
(legt auf)
Nicki, Richard und Heike wollen
dich doch noch beherbergen. Ich
hab sie erstmal zum Abendbrot
eingeladen, dann können wir das
gleich klären. Lasst die Matratze
erst mal so liegen.











35.



26 IN STEFANS UND LENNARTS KÜCHE INNEN/ABEND (4)

Lennart, Nicki, Stefan, Heike und Richard sitzen in der
viel zu kleinen Küche und essen.

NICKI
Ich hab’ ihn ja erst nicht ganz
verstanden, aber dann hat er
gesagt, ich soll die Sachen
anziehen, die er rausgesucht hat
-

Stefan hebt das Kleidchen hoch, dass über irgendeiner
Stuhllehne hängt.

STEFAN
Das hier.

HEIKE
Uh.

RICHARD
Äh ... nicht, dass das nicht
schick wäre und alles, aber als
was bitte sollst du denn darin
arbeiten?

NICKI
Er hat gesagt, er zeigt es mir,
und dann sollte ich mich
umziehen.

STEFAN
Wenn ihr jetzt denkt, was ich
denke, dass ihr denkt, dann
erzähl lieber gar nicht weiter,
Nicki.

HEIKE
(schockiert)
Aber er hat nicht ... nicht -
also, er hat’s nicht tatsächlich,
eh, gezeigt, oder?

NICKI
Nö. Ich bin weggelaufen.

RICHARD
So ein verdammter Dreckskerl. Ich
lass dich nie wieder alleine
raus.

LENNART
(verwirrt)
Ich dachte, du bleibst bei uns?






36.



HEIKE
Das ist in Ordnung. Hauptsache,
ihr kümmert euch gut um sie.

RICHARD
Kannst du diesen Maik nicht
verklagen?

STEFAN
Klar könnte sie. Und dabei
zugeben, dass sie weder weiß, wer
sie ist, noch, wo sie herkommt.

HEIKE
Das Schlimmste ist, dass ich
keine Ahnung habe, wie
glaubwürdig - Nicki war das? - in
dieser Situation vor Gericht
wäre.

RICHARD
(grüblerisch)
Und wenn Maik, sagen wir, unter
mysteriösen Umständen kastriert
wird?

HEIKE
Damit kommst du nie durch. Aber
die Idee find ich gut.

STEFAN
Ich auch.

LENNART
(raunend zu Nicki)
Was ist kastriert?

Nicki beginnt zu gestikulieren.

RICHARD
(hastig)
Okay, mal was ganz anderes: Warum
bist du überhaupt zu ihm
gegangen?

HEIKE
(schubst ihn in die Seite)
Nun gib ihr doch nicht die
Schuld.

RICHARD
Tu ich gar nicht. Aber warum?

Nicki guckt betreten auf den Tisch.







37.



27 IN STEFANS UND LENNARTS WOHNZIMMER INNEN/ABENDS (4)

Nicki liegt auf der Matratze im Wohnzimmer. Ein Therapeut
sitzt daneben.

THERAPEUT
(einschläfernde Stimme)
Konzentrier dich auf deine
Atmung. Atme ruhig und
gleichmäßig. Versuch, einfach
einmal an nichts zu denken.

NICKI
Das klappt nicht!

THERAPEUT
Lass alle Gedanken, die sich dir
aufdrängen, einfach vorbeiziehen.
Lass zu, dass sie da sind, aber
lass sie nicht wichtig werden.
Entspann dich.

NICKI
(rutscht hin und her, sucht
nach einer bequemen
Position)
Okay.

THERAPEUT
Atme ruhig ein und aus. Einatmen
... und ausatmen. Einatmen ...
und ausatmen. Zähl jetzt
innerlich von zehn bis Null, und
lass dich dabei immer weiter
fallen. Lass alles andere hinter
dir. Zehn ... neun ... acht ...
sieben ... sechs ... fünf ...
vier ... drei ... zwei ... eins
...

Nickis Augen driften zu, ihre Haltung wird entspannter.

THERAPEUT
Jetzt lass deine Gedanken
zurückwandern. Du gehst zurück an
den Ort, an dem deine Erinnerung
einsetzt. Wo bist du?

NICKI
(schläfrig)
Auf der Straße.

THERAPEUT
Beschreib die Straße.







38.



NICKI
Richard ist da ... hilft mir auf.

THERAPEUT
Gut. Und jetzt geh noch weiter
zurück.


28 RÜCKBLENDE: AUF EINER STRASSE AUSSEN/NACHMITTAG (1)

WETTER: BEDECKT

Über die Schulter Lennarts gesehen läuft Nicki auf den
Betrachter zu über eine Straße und wird dabei von einem
Auto erfasst.


29 IN STEFANS UND LENNARTS WOHNZIMMER INNEN/NACHMITTAG (4)

NICKI
Nein. Ich will nicht.

Nicki reißt zurück im Wohnzimmer die Augen auf,
hyperventiliert. Sie richtet sich auf und beruhigt sich
langsam wieder. Der Therapeut beobachtet sie besorgt.

THERAPEUT
Was hast du gesehen? Hast du dich
an etwas erinnert?

NICKI
(nickt)
Hmm. Aber ich seh nicht ganz
durch. Ich will nicht
weitermachen.

THERAPEUT
Wollen wir uns dann ein andermal
wieder treffen?

NICKI
(unentschlossen)
Ja ...

THERAPEUT
Denk ruhig erst einmal darüber
nach. Stefan weiß ja, wie du mich
erreichen kannst.

Sie stehen auf. Der Therapeut zögert an der Tür.

THERAPEUT
Willst du dich überhaupt
erinnern?







39.



NICKI
Was? Sicher. Oder? Ich meine, ich
hab noch nicht drüber
nachgedacht.

THERAPEUT
Das solltest du tun, falls wir
uns wieder sehen sollten.

Nicki nickt und verlässt nachdenklich den Raum. Der
Therapeut folgt ihr.


30 IN STEFANS UND LENNARTS WOHNUNG INNEN/ABENDS (4)

Stefan kommt aus der Küche in den Flur und redet dort
leise mit dem Therapeuten. Im Hintergrund ist die
geöffnete Tür zur Küche zu sehen, in der Nicki mit Heike,
Richard und Lennart sitzen.

STEFAN
Danke nochmal, dass du da warst.
Wie war’s?

THERAPEUT
(scherzhaft ermahnend)
Schweigepflicht!

STEFAN
(sieht ihn vorwurfsvoll an)
Och, kommm.

THERAPEUT
Naja, es könnte interessant
werden. Jedenfalls, wenn sie
will.

STEFAN
(erstaunt)
Will sie nicht?

THERAPEUT
Sie scheint sich jedenfalls noch
nicht sicher zu sein. Wenn du
meine Meinung hören willst, ich
glaube, sie hat Angst vor ihrer
Erinnerung, und vermutlich Grund
dazu. Ich denke, eine
Kopfverletzung oder Ähnliches
erklärt das nicht allein.

STEFAN
Was können wir da machen?

THERAPEUT
Gar nichts. Irgendwann wird sie’s
wissen wollen, dann kehrt ihr




40.


THERAPEUT
Gedächtnis möglicherweise sogar
von alleine zurück.

STEFAN
(nachdenklich)
Aha.

THERAPEUT
Wenn sie nach mir fragt, melde
dich einfach nochmal. Ich muss
jetzt los.

STEFAN
Klar. Danke.

THERAPEUT
Keine Ursache.


31 IN STEFANS UND LENNARTS KÜCHE INNEN/ABENDS (4)

Nicki geht in die Küche und setzt sich an den Tisch, an
dem auch Richard, Heike und Lennart sitzen. Durch die
geöffnete Tür in den Flur sind Stefan und der Therapeut zu
sehen.

HEIKE
Und? Weißt du jetzt wieder was?

RICHARD
Wie lief’s denn?

NICKI
Anstrengend.

HEIKE
Das hat man gehört.

NICKI
Ja, also, ich glaube, da muss ich
erst mal in Ruhe drüber
nachdenken.

RICHARD
Wäre das dann okay, wenn wir
wieder gehen? Ich hab noch zu tun
-

Heike stößt ihm seitlich in die Rippen.

RICHARD
- jedenfalls, solange du wirklich
hier bleiben möchtest, dass wir
uns langsam auf den Heimweg
machen - es sei denn, du willst
doch mit, dann -





41.


NICKI
(unterbricht)
Nein, ist okay. Ich weiß jetzt
auch gar nicht, was ich sagen
soll.

RICHARD
(erleichtert)
Ich meine, ich denke, wir sehen
uns auf jeden Fall nochmal.

HEIKE
- Und du bist selbstverständlich
immer willkommen.

RICHARD
(nickt)
Ja. Solange es Maiks auf dieser
Welt gibt, naja, und sonst auch,
ist unsere Tür offen.

Heike und Richard stehen auf, Nicki macht Platz. Sie
nehmen ihre Jacken von den Stuhllehnen und machen sich
fertig zum Gehen.

HEIKE
(umarmt Nicki)
Pass gut auf dich auf.

NICKI
(lächelt verlegen)
Ich werd’s versuchen.

Richard und Heike drängeln sich am Therapeuten und Stefan,
die im Flur stehen, vorbei. Nicki sieht ihnen fröhlich
nach, wendet sich dann Lennart zu.

NICKI
Du bist so still.

LENNART
Hmm. Ich mag das nicht, wenn so
viele Leute auf einmal da sind.

NICKI
(nickt verständnisvoll)
Ist auch anstrengend.

LENNART
Weswegen hast du denn vorhin so
geschrien?

NICKI
(lächelt)
Oh.
(schielt zum Therapeuten,
der gerade im Begriff ist,
zu gehen)




42.



Gehn wir noch mal spazieren, dann
erzähl ichs dir. Ich brauch jetzt
dringend frische Luft.

LENNART
Okay.

Der Therapeut geht, Stefan kommt in die Küche.

STEFAN
So. Was machen wir heut noch?

NICKI
(zeigt auf sich und Lennart)
Wir gehen spazieren.


32 AUF EINER STRASSE AUSSEN/ABENDS (4)

WETTER: KLAR

Nicki und Lennart spazieren durch die Stadt. Nickis Hand
sucht schüchtern die von Lennart.

NICKI
Ja, also. Ich hab nur geschrien,
weil ich mich so erschrocken hab.
Weil der gesagt hat, ich soll in
der Zeit zurückgehen, und dann
war da echt was.

LENNART
In der Zeit zurückgehen?

NICKI
Na, in der Erinnerung. Also,
bevor ich mein Gedächtnis
verloren hab. Und ich hab
gedacht, da ist nichts, aber da
war doch was.

LENNART
Was denn?

NICKI
Das war komisch. Das war nicht
wirklich wie erinnern, sondern
wie von außen, wie wenn mir
jemand nur davon erzählt. Wie ein
Film, nur irgendwie nicht
lebendig. Da war eine Straße. So
wie hier. Und da bin ich
rübergegangen.

LENNART
Und dann?





43.



NICKI
Ich weiß nicht. Da war noch
jemand. Auf der anderen Seite.
Warte, geh mal da rüber!

Lennart geht auf die andere Straßenseite. Nicki wartet,
bis er drüben ist.

NICKI
(ruft)
So, und dann hab ich mich selbst
gesehen, wie ich da so
rübergerannt bin.

Nicki rennt, ohne nach links und rechts zu gucken, über
die Straße. Ein Auto überfährt sie.


33 IN EINEM KRANKENHAUSZIMMER INNEN/VORMITTAG (5)

WETTER: BEDECKT, WINDIG

Nicki liegt in einem Krankenbett in einem Krankenzimmer
und öffnet schlagartig die Augen. Um den Kopf hat sie
einen Verband, am Handgelenk einen Tropf. Ein Apparat
beginnt zu piepsen. Sie dreht den Kopf, um sich umzusehen.
Die Tür öffnet sich und Schwester Karin eilt herein.

SCHWESTER KARIN
Oh, da ist ja jemand wach! Wie
geht es uns denn heute?

NICKI
Müde?

SCHWESTER KARIN
(lächelt)
Dabei hast du fast drei Tage
geschlafen.

NICKI
Echt?

SCHWESTER KARIN
Du hast Glück gehabt, dass du
noch lebst.

NICKI
(betastet ihren Kopf,
verzieht das Gesicht)
Fühlt sich nicht so an. Das hätte
ruhig heilen können, solange ich
nichts davon gemerkt habe.

SCHWESTER KARIN
(überprüft alle Geräte und
Monitore)




44.


SCHWESTER KARIN
Das wird schon wieder, keine
Sorge. Jetzt, wo du wieder wach
bist, ist das Schlimmste schon
vorbei. Siehst du, alles in
Ordnung.

NICKI
(kuckt skeptisch, sieht sich
suchend um)
Wo ist Lennart? Er war doch bei
mir?

SCHWESTER KARIN
(beunruhigt)
Da war niemand bei dir. Du warst
alleine unterwegs.

NICKI
(verwirrt)
Nein, er war direkt vor mir.

Lennart taucht im Hintergrund auf, sieht sich verwirrt um,
geht zu Nicki.

LENNART
(zaghaft)
Nicki?

NICKI
(dreht sich überrascht um)
Lennart! Da bist du ja.

Schwester Karin sucht verwirrt den Raum ab, sieht Nicki
besorgt an.

LENNART
Nicki? Was machen wir hier?

NICKI
Ich weiß nicht ... Schwester, er
war dabei, ich weiß es genau.

SCHWESTER KARIN
(sieht sich noch einmal um)
Siehst du dort etwas?

NICKI
(hebt an zu reden, stutzt,
verunsichert)
Na - sehen Sie ihn nicht?

Nicki zeigt auf Lennart. Lennart winkt nervös.

SCHWESTER KARIN
(mitleidig)
Tut mir leid, aber da ist
niemand.




45.


NICKI
Aber er - sagen Sie, war ich die
ganze Zeit hier? Die ganzen
letzten Tage?

SCHWESTER KARIN
(geduldig, verwirrt)
Ja?

NICKI
Also hab ich geträumt?

SCHWESTER KARIN
(erleichtert)
Das nehme ich an.

Nicki sieht Lennart konzentriert an.

SCHWESTER KARIN
(geduldig)
Ich sage mal dem Chefarzt
Bescheid, dass du aufgewacht
bist. Soll ich deine Angehörigen
informieren?

NICKI
Äh, was? Ja, bitte. Oh!

Schwester Karin verlässt den Raum.

NICKI
Weißt du was?

LENNART
(kommt zu ihr, neugierig)
Was denn?

NICKI
Dich gibt’s gar nicht.

LENNART
(stutzt, verwirrt)
Doch?

NICKI
Nein. Das geht nämlich nicht, ich
hab’s jetzt verstanden. Ich hab’
mein Gedächtnis wieder, und dich
hab ich nur geträumt.

LENNART
(verunsichert)
Aber das geht doch gar nicht,
guck mal, ich bin doch da!

Nicki stupst ihn mit dem Zeigefinger an, seine Haltung ist
angespannt.





46.



NICKI
(ist nicht mehr so sicher)
Das ist total bescheuert. Das
kann gar nicht sein. Wo kommst du
denn dann her?

LENNART
(nimmt sie wörtlich)
Von der Dingsstraße, da sind wir
eben noch langgegangen.

NICKI
Aber jetzt bin ich hier.

LENNART
(verwirrt)
Ja, ich auch.

NICKI
(bockig)
Nein.

Lennart schweigt verunsichert, Nicki hört auf, grimmig zu
gucken und sieht aus dem Fenster.

NICKI
Geh weg.

Lennart steht noch kurz verloren im Zimmer, geht dann
raus. Nicki inspiziert ihren Nachtschrank, entdeckt
Blumen, eine Karte und ein Buch dort. Sie will es gerade
zur Hand nehmen, als es an der Tür klopft. Schwester Karin
kommt unaufgefordert herein.

SCHWESTER KARIN
Der Oberarzt kommt gleich. Und
ich habe gerade mit deinem Freund
gesprochen.

NICKI
Mit meinem Freund?

SCHWESTER KARIN
Ist er nicht? Er hatte hier
angerufen. Es klang so -

NICKI
(abweisend)
Ja, schon in Ordnung. Kommt er
vorbei?

SCHWESTER KARIN
(zögert)
Da muss erst vorher noch was
geklärt werden.






47.



NICKI
(erleichtert, neugierig)
Was denn?

SCHWESTER KARIN
Einiger deiner Befunde waren
auffällig, und ... und du wirst,
wenn es dir sonst gut genug geht,
auf eine andere Station verlegt.

NICKI
Oh. Muss ich dann länger bleiben?

SCHWESTER KARIN
Das kann ich nicht entscheiden.
Ein paar Wochen bestimmt.

NICKI
Oh.


34 IN EINEM KRANKENHAUSZIMMER INNEN/VORMITTAG (5)

WETTER: BEDECKT, WINDIG

Ein Arzt steht im Krankenzimmer an Nickis Bett mit einer
Akte und Zettelkram in der Hand. Er wirkt abgelenkt,
gestresst und völlig sachlich, prüft die Geräte und guckt
auf seine Papiere, sieht sie nicht an.

ARZT
Wie fühlen Sie sich?

NICKI
Prima.

ARZT
Keine Beschwerden? Der Kopf,
vielleicht?

NICKI
Schon. Aber nicht doll.
(betastet ihren Kopf)
Wenn ich raufdrücke, schon.

ARZT
Gut. Sind Sie schon mal
aufgestanden?

NICKI
Ich war vorhin auf Klo.

ARZT
Sehr schön. Keine Probleme?







48.



NICKI
Nee. Ein bisschen drieselig ist
mir geworden, wegen meinem
Kreislauf.

ARZT
Sie können aufstehen, wenn Sie
wollen, aber nur langsam. Sie
sollten versuchen, sich ein wenig
zu bewegen. Vielleicht ein wenig
Radfahren im Liegen.

Nicki strampelt unter der Decke

ARZT
Genau so. Trinken Sie viel, dann
kann der Tropf heute schon wieder
ab. Was Ihre Verlegung angeht -

Lennart betritt den Raum, sieht verzweifelt aus. Nicki
sieht ihn an und schüttelt den Kopf. Der Arzt folgt ihrem
Blick, sieht aber nichts.

ARZT
Ja, ich denke, die sollte heute
noch passieren. Die Hausordnung
und das hier können Sie gleich
unterschreiben, Besuch empfangen
Sie bitte erst, wenn Sie diese
Fragebögen ausgefüllt haben.
Ausgang haben Sie erstmal noch
keinen.

Der Arzt steht auf und reicht ihr diverse Zettel. Lennart
geht um ihr Bett herum und sieht über ihre Schulter, sie
lächelt ihm kurz zu.

ARZT
(beobachtet sie)
Gute Besserung.

Der Arzt geht raus, sie liest auf dem ersten Zettel
irgendwas der Richtung "Behandlungsvertrag
Nervenheilanstalt", starrt auf die Tür dem Arzt
fassungslos hinterher.

NICKI
Ihnen auch.

LENNART
Nicki?

NICKI
Hm.







49.



LENNART
Du, mich kann überhaupt gar
niemand sehen. Ich war draußen,
und die sehen mich alle nicht.

NICKI
Ich weiß. Es tut mir leid, dass
ich dich weggeschickt hab - aber
wenn ich drei Tage im Krankenhaus
war, dann kann ja keiner wissen,
was alles passiert ist. Dass ich
in Wirklichkeit bei dir war, und
bei Heike, und Richard, und
Stefan.
(verzieht das Gesicht)
Und Maik.

LENNART
Du hast gesagt, dass es mich
nicht gibt.

NICKI
Ich weiß es doch auch nicht. Aber
ich krieg’s raus. Ich muss nur
diese Fragebögen hier machen.

Nicki macht ein paar Kreuzchen auf dem Fragebogen, Lennart
geht zum Fenster und fotografiert raus. Die Bilder, die er
macht, werden eingeblendet, bilden aber nur weiß ab.
Lennart ist verunsichert.

NICKI
Das ist total schwer, guck mal:
"Meine Freunde sind deutlich
älter als ich - trifft zu oder
trifft nicht zu" - woher soll ich
das denn wissen? Ich hab keine
Freunde.

LENNART
Nein?

NICKI
Na ja, doch. Wie alt bist du?

LENNART
(überrascht)
19.

NICKI
Also, trifft zu.

Nicki konzentriert sich auf die nächsten Fragen und kreuzt
weiter an. Lennart fotografiert wild in der Gegend herum,
aber alles, was auf den Bildern zu sehen ist, ist weiß.






50.


NICKI
(stutzt beim Ankreuzen)
Oder hier: "Ich nehme öfter Dinge
wahr, die nicht da sind" - wieso
ist etwas nicht da, nur weil
niemand außer mir es sehen kann?

Lennart sieht sie verlegen an, macht ein Foto von sich
selbst. (Bild wird eingeblendet, ganz weiß ODER nur
Lennart ist zu sehen, ohne Hintergrund, ODER im
Hintergrund ist Nicki zu sehen ODER er macht nur von Nicki
ein Foto ODER irgendwie sowas.)


35 IN EINEM KRANKENHAUSZIMMER INNEN/MITTAG (5)

Nicki liegt in ihrem Zimmer auf dem Bett. Lennart ist
nirgendwo zu sehen. Die Tür öffnet sich, Maik ist im
Gespräch mit dem Arzt zu sehen. Maik verabschiedet sich
vom Arzt und kommt herein.

MAIK
Und? Wie geht’s dir?

NICKI
Eigentlich ganz gut. Die
Schwester sagte, ich soll verlegt
werden.

MAIK
Ja, das sagte der Arzt auch. Aber
du weißt, dass das nicht geht. Du
hast schon drei Tage geschlafen.
(vorwurfsvoll)
Ich war jeden Tag hier.

Nicki blickt betreten nach unten.

MAIK
Überleg mal, die Kosten für dein
Zimmer laufen doch weiter. Das
kannst du einfach nicht machen.

NICKI
(kleinlaut)
Ich weiß.

MAIK
Ich meine, ich unterstütze dich
doch, wo ich kann. Aber du musst
unbedingt wieder arbeiten kommen,
sonst kann ich dir auch nicht
helfen. Sprich doch noch mal mit
den Ärzten. Sag denen, dass alles
in Ordnung ist. Die können dich
hier nicht einsperren. Das willst
du doch nicht?





51.



NICKI
Nein ...

MAIK
Siehst du. Das kriegen wir schon
hin. Aber ich will keine
komischen Geschichten mehr hören
- du bist halt verträumt, das
macht doch nichts. Du kannst doch
trotzdem arbeiten kommen.

NICKI
Ja ...

MAIK
Ich komm in zwei Tagen wieder,
bis dahin musst du dich wieder im
Griff haben. Ja? Bis dann.

Nicki nickt. Maik geht. Nicki zieht die Knie bis ans Kinn
und schlingt die Arme darum und kuckt verzweifelt an die
nächste Wand. Lennart kriecht unter dem Bett hervor.

LENNART
Hab ich dich gestört?

NICKI
Nein, gar nicht. War prima so.

LENNART
War das Maik? Was will er von
dir?

NICKI
Ich ... arbeite für ihn. Aber du
hast es ja gehört, ich kann gar
nicht in das andere Krankenhaus.

LENNART
Wohnst du nicht mehr bei deinen
Eltern?

NICKI
Nee. Ich bin abgehauen, vor einem
Jahr. Ohne ihn hab ich gar
nichts. Ich weiß nicht, was ich
jetzt machen soll.

LENNART
Was passiert denn, wenn du im
Krankenhaus bleibst?

NICKI
(überlegt)
Dann krieg ich Medikamente. Und
entweder seh ich dich dann nicht
mehr, oder doch. Und wenn doch,




52.



NICKI
dann komm ich nicht wieder raus.
Denk ich.

LENNART
Du?

NICKI
Hm?

LENNART
Ich will wieder nach Hause.

NICKI
Ich nicht. Ich will wieder zu
euch.

LENNART
Ich will zu Stefan - wieso sind
wir überhaupt hier?

NICKI
Ich weiß nicht. Ich hatte einen
Unfall.

LENNART
Hast du deswegen dein Gedächtnis
verloren?

NICKI
Wahrscheinlich.

LENNART
Aber du hast dir nichts getan.

NICKI
(betastet ihren Kopf)
Wenn du das nichts getan nennst.
Ich hab überall blaue Flecken.
Aber du hast Recht, als ich bei
euch war, war ich noch heil.

LENNART
Nur ohne dein Gedächtnis.

NICKI
(abwiegelnd)
Na und? Ich hab ja auch nichts
davon, dass ichs jetzt wiederhab.
Selbst wenn ich hier rauskomme,
muss ich wieder zu Maik. Und ich
darf nicht raus, bis ich aufhöre,
Sachen zu sehen.

LENNART
Was denn für Sachen?





53.



NICKI
Dich.

LENNART
Oh.
(zögernd)
Soll ich wieder gehen?

NICKI
(erschrocken)
Nein! Nein, ich will, dass du bei
mir bleibst.

Die Tür geht auf, Schwester Karin kommt herein und macht
den Tropf und das EKG ab.

SCHWESTER KARIN
Hallo. Packst du bitte schon mal
deine Sachen zusammen? Der Wagen
ist auch gleich da.

NICKI
Welcher Wagen?

SCHWESTER KARIN
Der Krankenwagen. Der bringt dich
auf die neue Station.

Nicki sieht Lennart nachdenklich an. Schwester Karin
wartet geduldig.

NICKI
Äh, ja. Bin gleich da.

Schwester Karin geht raus. Nicki guckt in den
Nachtschrank, findet darin aber nichts außer den Dingen,
die oben drauf stehen. Sie liest die Karte (’Gute
Besserung, Maik’), zerreißt sie, zieht sich was über und
wendet sich zum Gehen.

NICKI
Ich hab eine Idee. Komm, wir
hauen ab.

Lennart steht unschlüssig herum, Nicki öffnet die Tür.
Lennart folgt ihr hastig.


36 IM KRANKENHAUSFLUR INNEN/MITTAGS (5)

Nicki und Lennart rennen durch den Flur, Nicki reißt sich
den Verband vom Kopf. Lennart überholt sie und rennt aus
dem Haus, Nicki hinterher








54.



37 VOR DEM KRANKENHAUS AUSSEN/MITTAGS (5)

WETTER: BEDECKT

Lennart wartet gegenüber einer Straße auf Nicki. Nicki
rennt auf ihn zu und wird überfahren.


38 AUF EINER STRASSE AUSSEN/MORGENS (6)

Nicki richtet sich auf der Mitte einer Straße auf und
setzt ihren Weg schlendernd fort. Auf der anderen
Straßenseite sieht man Lennart mit Kamera herumspazieren.
Nicki sieht auf ihre Uhr (13:45) und verschwindet in der
Tür eines Zahnarztes.



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