Ich und das Was auch immer
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Für alle, die es nicht interessiert ...

... ich habe erstmals mein literarisches Unvermögen auf einer Schreiberlingplattform dem Unbill enttäuschter Leser vorgeworfen. Das heißt, außer Texten, die ich in einem Forum gepostet habe und dem, was hier so online ist.

Wie auch immer, auf www.adultfanfiction.net finde ich mich unter dem Namen Arioc (wer hätte das gedacht), und man kann die ersten sechs Kapitel einer noch nicht vollendeten Geschichte nicht nur lesen, sondern auch bewerten und Kommentare hinterlassen! Yay!
Wie der Name der Seite schon sagt, handelt es sich um eine FanFiction, eine Geschichte, die auf nicht von mir geschriebenen Büchern basiert und mit der ich demnach kein Geld verdienen darf. Wie der Name der Seite weiterhin sagt, ist sie ab 18. Das heißt, bis jetzt eigentlich noch nicht, im Gegensatz zu den meisten Pornoschreibern brauche ich Unmengen Plot, um endlich zum Vergnügen zu kommen. Aber das kommt noch.
Weiterhin ist die Story auf englisch, spielt im Harry-Potter-Universum (nein, ich schäme mich nicht. Na gut, aber nur ein bißchen) und beschreibt die ungewöhnliche Verkupplung von Ronald Weasley und Peter Pettigrew. Ihr dürft euch jetzt geschockt abwenden.
Das Ganze ist eher ein Experiment meinerseits, ob dieses Pärchen glaubhaft zu schreiben ist. Ich bin noch nicht sicher, ob ich das wirklich so hinkriege, wie ich mir das gedacht habe, aber na ja. Also, wer Lust hat, gehe dorthin (und wer sich das Suchen sparen möchte: http://hp.adultfanfiction.net/authors.php?no=1296845140) und hinterlasse einen motivierenden Kommentar. Wem das nichts ist, der lasse es bleiben. (Oh, noch was: Ron ist in dieser Geschichte 13, das heißt, wenn das beschreiben von sexuellen Handlungen zwischen Jugendlichen/Kindern und Erwachsenen in Textform in eurem Land verboten ist, dann klickt nicht auf diesen Link! Ihr dürft das nicht lesen! Das heißt: Deutsche raus!)


Eigentlich hab ich auch gar keine Zeit für sowas. Ich mach derzeit einen Film, das macht unheimlich Spaß, und mir fehlen immer noch Schauspieler. Wir wollen in zwei Wochen anfangen zu drehen, falls das Storyboard bis dahin fertig ist, aber ohne Schauspieler ist sowas immer nicht so einfach.
Ich stell das Script hier mal rein (links im Menü, dürfte innerhalb der nächsten 10 Minuten unter dem Titel 'Drehbuch' dort erscheinen), und falls jemand das liest, der in Rostock ist, mal nen Nachmittag oder zwei oder drei die Woche Zeit hat und interessiert ist, dann schreibe er bitte ins Gästebuch, ich melde mich. Schauspielerfahrung ist erwünscht, aber nicht nötig. Das ist eine Independent-Produktion, kann demzufolge nicht bezahlt werden, wird auch nicht groß im Fernsehen ausgestrahlt (Vielleicht auf rok.tv - mal sehen) und wird auch nicht professionell produziert (eine DVD wird's sicherlich geben. Aber nicht so zum Ladenverkauf, höchstens übers Netz). Dafür steht Technik, junge Leute, die damit umgehen können, und ein motiviertes Team sowie professionelle Berater zur Verfügung.
Fünf Schauspieler sind schon da. Die Hauptrolle und die des Maik sind schon besetzt, die anderen sind noch nicht auf eine Rolle festgelegt. Für die drei Rollen mit nur je einer Szene könnten zur Not auch Leute von meinem Praktikumsbetrieb und damit Träger der ganzen Angelegenheit einspringen, aber eine weibliche Rolle wird dringend gesucht, und zwei der Schauspieler wissen noch nicht, ob sie die Zeit dafür aufbringen können. Also, bitte, bitte ------

was red' ich da überhaupt? Lest, und wenn ihr aus der Gegend (Rostock, Rostock, Rostock) seid, meldet euch. Mehr hab ich gar nicht zu sagen.
25.2.08 21:37


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Urlaub ist stressig

Nach einer Woche voll mit Überstunden und Vorbereitung sitze ich jetzt in Karlsruhe und lurche so rum. Es ist sehr, sehr ungewohnt, mal nichts zu tun zu haben - okay, ich muss das Drehbuch noch fertigschreiben, demnächst mal wieder duschen und gegessen hab ich schon ein ganzes Weilchen nichts mehr. Aber aufzuwachen, ohne zur Arbeit zu müssen, einzuschlafen, wenn man schon längst viel zu durch ist, um die letzten Stunden noch viel mitgekriegt zu haben und mit ebenso wundervollen wie seltsamen Menschen herumzulurchen - das ist nicht neu, aber es kam lange nicht vor. Mein Schlafrhythmus ist undankbar, glaube ich, aber da muss er eben durch. Sonntag gehe ich wieder arbeiten, bis dahin bin ich kaputtgefeiert genug, um zu ehemals normalen Zeiten einzuschlafen. Körpereigene Drogen sind toll - die meiste Zeit bin ich high vor Müdigkeit.
Götz, der maßgebend für den Zeitpunkt dieses Urlaubs war, hat vergessen, wie man die Kamikazefrauen spielt - zum Glück gibt er zwei Konzerte, ich rechne damit, heute noch mal hinzugehen.
Meine seelische Verfassung ist besser, als ich dachte. Der veränderte tagesrhythmus hat zwar seinen Preis, aber ich kann diesen Urlaub trotzdem als solchen genießen.
Ich habe gelernt, dass Stresskopfschmerzen meist dann auftauchen, wenn der Stress bereits vorbei ist. Dann, wenn man sich zurücklehnt und denkt: Das wäre geschafft! Dann hat man plötzlich Zeit für sowas ... ich lerne daraus einiges über die Grenzen meiner Belastbarkeit.
Mein Praktikum als Medienheini macht zwar Spaß, ist aber geprägt von Stressmenschen - Leuten, denen man anmerkt, dass sie mit der gegenwärtigen Situation und ihrem Leben nicht zufrieden sind, die sich noch immer nicht damit abfinden können, dass gerade bei der Arbeit mit technik immer alles schiefgeht, was schiefgehen kann, und noch mehr, und die ihren Unmut darüber an ihren Mitmenschen auslassen. Sie müssen dazu noch nicht einmal grummelnd und schimpfend durch die Gegend laufen - sie sind ständig von einer wabernden Frustaura umgeben, die ab und zu eruptive Entladungen von sich gibt. Ich halte mich von dieser Sorte Stress fern, aber es gibt mir Bedenken, ob ich einen Frustmenschberuf wirklich ergreifen sollte. Anscheinend sind alle Medienheinis so.
Die Arbeit im tierheim ist nicht minder frustrierend: Inkompetenz, Desinteresse und mangelnde Aufmerksamkeit haben zum tod einer Katze geführt, den ich für vermeidbar halte. Eine Katze, die mehr als eine Woche nichts mehr frisst und nahezu nichts trinkt, sollte ihre Medikamente nicht zermörsert ins Futter bekommen, sondern direkt ins Maul; eine Katze, die stark verklebte Augen hat, sollte Augensalbe bekommen, unabhängig davon, ob ein tierarzt schon welche verordnet hat oder ob noch welche da sind oder nicht. Eine Katze, die von tag zu tag sichtlich schwächer wird, gehört in die tierklinik. Sowas tut mir weh - klar werden immer einige meiner Schützlinge sterben, und in der Regel kann man nicht mehr tun, als man bereits getan hat, aber sowas ... da kann man nur grmblig vor sich hin schimpfen.

Des F.s Computer erlaubt mir nicht, große 't's zu schreiben. Offenbar wird das als Befehl verwendet, irgendein komisches Fenster zu öffnen - dann eben nicht.

Ich leg mich nochn bisschen hin und lese. Hab ja schließlich Urlaub.
23.1.08 12:52


Heute war ein ebenso gerechter wie trauriger Tag.
Ich habe einem jungen Mann einen Korb gegeben und von einem anderen einen bekommen.
Irgendwie war das auch alles nicht so geplant, aber was soll man machen? Der eine junge Mann, B., ist Helfer im hiesigen Tierheim, jedenfalls, wenn er Freigang hat. Seit nunmehr acht Jahren in der Forensik, ist er auf der Suche nach 'was für's Herz' und musste sich heute abweisen lassen. Abgesehen davon, dass ich ihn kaum kenne und acht Jahre hinter Gittern gruseliger sind als ein Totschlag im Affekt, bin ich seit nunmehr fünf Monaten verliebt. In M.
M. wiederum ist 'derzeit nicht auf der Suche', das ist ihm 'irgendwie zu viel'. Was ich irgendwie nachvollziehen kann, aber sind die Gefühle einmal da, ist keine Beziehung stressiger als einfach nachzugeben. Weswegen eine Abweisung keinerlei Begründung erfordert als die Abwesenheit von Gefühlen.
Jetzt, wo ich ein klares Nein habe, hoffe ich, mich irgendwann neu orientieren zu können - erstmal tut es vor allem weh.

Weihnachten war besser als die letzen Jahre zuvor. Nicht nur kamen meine Geschenke besser an als erhofft, ich habe auch Dinge bekommen, die ich gut gebrauchen kann (externe Festplatte, neue Kopfhörer, Kekse ...) und kann jetzt anfangen, mich auf meinen Geburtstag zu freuen. Trotz Anwesenheit meiner depressiven Oma verlief das Fest in Harmonie und so, und dank meiner Workaholizismusinfektion hatte ich dieses Jahr keine Vorweihnachtsdepression.
Jetzt plagen mich Liebeskummer, Ohren- und Zahnschmerzen, aber auch dagegen werde ich vor allem eins tun - arbeiten.

Achja, und eins meiner Wildkätzchen, die im Tierheim bzw. seit einer Woche im Krankenstall residieren und die ich seit mehreren Wochen mit viel Mühe, Geduld und Liebe zähme, ist verstorben. Die wildesten zuerst - das ist immer so, weil man denen ihre Medikamente unters Futter mischt, und je misstrauischer sie sind, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass sie das ungewohnt riechende Futter anrühren.
Ich werde morgen noch mal nach den verbleibenden vier sehen - garstig wie sie sind, sind sie mir ja doch sehr ans Herz gewachsen.

Was für ein Tag. Wenn die Kekse alle sind, fang ich an zu weinen.
28.12.07 19:51


Seit zwei Wochen habe ich ein Praktikum im Institut für neue Medien. In der Videowerkstatt. Das heißt, Filme machen, Schwerpunkt Postproduktion.
Mein erster Film ist fertig, ist knapp drei Minuten lang und wurde ohne Videomaterial produziert. Das heißt, Standbilder. Und Effekte. Viele Effekte.
Alles, was man mit Powerpoint kann, kann ich jetzt mit Final Cut auch, und noch viel mehr. Und den Soundtrack habe ich zur Hälfte selbst produziert.
Ist nicht wirklich vorzeigbar, aus Copyright- und Qualitätsgründen, aber das war jetzt mein Übungsfilm zum einarbeiten. Ich bin an einem Projekt von Mitpraktikanten beteiligt, an dem ich beim Schnitt über die Schultern kucke und meinen Senf dazugebe. Und das Tape zum einspielen hin- und herspule. Wahrscheinlich werde ich an der Vertonung maßgeblich beteiligt sein.
Das alles gibt mir erst mal wieder Schwung, mitsamt dem vorweihnachtlichen Stress ergibt das zu wenig Schlaf und keine Freizeit mehr. Die Freizeit, die rein rechnerisch da wäre, arbeite ich im Tierheim ab. Kann doch meine ganzen Schützlinge da nicht einfach alleine lassen.
Die nächsten zwei Wochen sind Betriebsferien, auch wenn ich das erst heute erfahren habe. Da ich einen Hausschlüssel habe, kann ich trotzdem weiterarbeiten, aber ich werde mich über die Feiertage eher im Tierheim aufhalten. Und da meine nächste Produktion ein Trickfilm wird (sowohl Zeichen- als auch Animationsfilm) kann ich viel zu Hause vorarbeiten.

Was anderes gibt es zur Zeit nicht. Ich bin voll ausgelastet mit Arbeit, Arbeit und noch mehr Arbeit.
Und der ehemalige Tierheimpraktikant, in den ich seit Monaten verliebt bin, verhindert, dass ich den Umstand, von lauter technisch-künstlerisch begabten schönen jungen engagierten talentierten Männern umgeben zu sein, irgendwie nicht genießen kann. Was irgendwie doof ist, weil ich den nur alle paar Wochen mal sehe und irgendwie meinen Mund nicht aufkriege.
Aber ich hab ja eh keine Zeit für sowas.

Ich freu mich auf Urlaub im Januar.
21.12.07 22:40


Wider Erwarten kriege ich mein Leben auf die Reihe - immer noch, immer mehr und immer besser.
Seit über drei Monaten arbeite ich.
Ja, ich komme oft zu spät.
Ja, ich träume oft vor mich hin.
Und ich bin total produktiv, komme gut mit meinen Mitarbeitern und Vorgesetzten zurecht, habe Spaß an der Arbeit und lerne eine Menge dazu.
Nebenbei nehme ich Gesangsunterricht, schreibe englische Schwulenpornos, singe im Chor, gehe regelmäßig zum Zahnarzt, spiele Klavier und kümmere mich um irgendwelche Ämter.
Nachdem sich weder Arbeits- noch Sozial- und Versorgungsamt gemeldet hatten im letzten halben Jahr, ist jetzt endlich aller Antragskram durch.
Ich bekomme kein Hartz 4.
Ich benötige keine Betreuung zum Wohnen und Arbeiten. Dieser Antrag wäre mit Sicherheit anders entschieden worden, wenn er früher bearbeitet worden wäre. Mittlerweile komme ich auch alleine klar.
Ich bin rückwirkend als wegen seelischer Behinderung arbeitsunfähig anerkannt worden für den Zeitraum, in dem ich weder arbeitssuchend noch in Beschäftigung war. Also so ziemlich die letzten Jahre bis zu meinem Klapsenaufenthalt.
Ich bin aktuell zu 30% seelisch behindert.
Ich habe Anspruch auf rehabilative Beschäftigungsmaßnahmen, aber mir wurde davon abgeraten.
Laut amtspsychologischer Untersuchung bin ich eingeschränkt belastbar im emotionalen und gesundheitlichen Bereich, aber intellektuell voll leistungsfähig.

Ich war viel Berufe jagen in letzter Zeit. Von über 300 Ausbildungsberufen habe ich mir etwa 80 auf eine lange Liste geschrieben und alle recherchiert. In der näheren Auswahl sind etwa 15, für einige davon werde ich noch dieses Jahr einen Praktikumsplatz suchen, um mich bis spätestens zum Frühjahr zu bewerben. Man sollte ja Ahnung haben, was man machen will und warum.

Einziger Rückschlag war der Treppensturz vergangene Woche (mein erster Arbeitsunfall). Mit geprelltem Steißbein macht das Leben irgendwie keinen Spaß, und das wird wohl noch ein paar Wochen so bleiben, aber irgendwie bin ich immer noch am laufen (metaphorisch gesehen. Die ersten Tage war Fortbewegung eine Sache von vorsichtigen Trippelschritten).
Aber sonst? Scheint so, als ob ich tatsächlich in die Spur komme.
30.10.07 16:31


Belastungsprobe Urlaub, Woche 2.
Die Arbeit im Tierheim hält mich stabil. Ich habe gar nicht viel Zeit, morgens frustriert zu sein, weil ich erst einmal Katzen füttern, was essen, mich anziehen und losgehen muss, und dann geht die Arbeit auch schon los und von da an läuft alles irgendwie.
Nachmittags habe ich zu wenig zu tun. So wenig, dass ich in der gesamten Wohnung staub gesaugt, die Küche gewischt, aufgeräumt und meine alte Dachkammer komlett leergeräumt habe. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht?
Gestern habe ich den ersten Hundebiss meines Lebens kassiert. Ich verbuche das mal unter Berufsrisiko.

Auch sonst läuft alles besser als gedacht. Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet, mehr als drei Tage hier zu bleiben, aber nun werde ich wohl gar nicht mehr verreisen, ehe meine Familie aus dem Urlaub zurückkehrt.
Ich schätze, regelmäßige Beschäftigung tut mir gut. Das Beste ist, als ehrenamtlicher Mitarbeiter habe ich keinerlei Verpflichtungen. Wenn ich will, kann ich jederzeit gehen. Ich übe mich also darin, bleiben zu wollen. Sieben Tage die Woche, sechs Stunden am Tag - das sind 42 Wochenstunden, also ein durchaus anständiges Arbeitspensum. Wieso hab ich das eigentlich nicht früher hingekriegt?
31.7.07 21:26


Die ultimative Belastungsprobe ist da. Meine Eltern sind seit wenigen Stunden auf dem Weg nach Schweden, und ich ... ich habe lange nicht so schlecht geschlafen.
Meine guten alten psychosomatischen Bauchschmerzen sind wieder da.
Bis auf die Katzen ist die Wohnung völlig leer. Das wird jetzt zwei Wochen so bleiben. Immerhin habe ich einiges vor. Unter anderem bin ich schon wach - ich arbeite seit zwei Tagen ehrenamtlich beim Tierheim. Bis jetzt geht's, irgendwie.

Ich lese Rilke und Tucholsky, wofür ich mich zum ersten Mal schäme. Wenn meine Schicht beim Tierheim vorbei ist, geht's los zum Buchladen, und wenn ich Harry Potter Band 7 nicht bis heute abend durch habe, fress ichs auf.
Vielleicht gelingt es mir ja mit dem Abschluss der Serie, diese Sucht hinter mich zu bringen? Wer weiß.

So. Die Pflicht ruft, und die Katzen muss ich ja jetzt auch selber füttern. Ich bin ernsthaft gespannt, wie ich das Alleinsein vertrage. Das letzte Mal bin ich für drei Monate im Krankenhaus gelandet... andererseits: früher hat mir das nichts ausgemacht. Früher war ich froh, mal meine Ruhe zu haben.
21.7.07 08:35


Das Leben ist anstrengend.

Ich bin immer noch aktiv, nehme immer noch irgendwie am Leben teil... allerdings merke ich, dass mein Selbstdisziplinvorrat Grenzen hat.
Meine Errungenschaften:
Seit Wochen täglich spazieren gehen, mindestens eine Stunde.
Jeden Tag soziale Interaktion, mit meiner Familie, mit alten und neuen Freunden, mit Bekannten und Beamten, über Telefon und Internet.
Konsequente Kontrolle meiner sozialen Interaktionen: Wer und was tut mir gut und warum? Ich fahre nicht mehr zu G., ich lasse M. nicht mehr an mich heran und zur Klinik habe ich keinen Kontakt mehr. Dafür mit P., telefonisch mit B., und mit meinen alten Freunden natürlich auch, obwohl ich mich bei einigen lange nicht gemeldet habe (könnten sich ja auch mal bei mir melden).
Kein Hinlegen vor dem Abend, kein Lesen im Bett, Computerspielen nur in Maßen (das heißt, nach fünf Stunden schäme ich mich immerhin dafür, so lange am PC gesessen zu haben).
Kein Alkohol, keine Drogen (nicht, dass ich Alkohol- oder Drogenprobleme gehabt hätte, aber ich habe Gefühle und Gedanken weniger unter Kontrolle, wenn ich irgendwas konsumiere. Und das kann ich mich noch nicht wieder leisten).
Exposition, d.h. neue Erfahrungen, ich setze mich Situationen aus, denen ich mich früher ohne Bedenken ausgesetzt hätte (nette Leute besuchen, auf Demos und Konzerte gehen, Ausflüge mit der Familie, Reisen zu guten alten Freunden sind in Planung).
Ich setze mich keinen Situationen aus, bei denen ich früher Bedenken gehabt, in die ich mich aber trotzdem begeben hätte. Keine Kein-Geld-kein-Plan-Reisen, keine abenteuerlichen Bekanntschaften.
Ich verfolge langfristige Ziele(!).
Ich räume auf, achte ein wenig auf meine Ernährung und verscheuere Zeugs bei E-bay (und kümmer mich selber darum).

Nach all dem habe ich keinen Nerv, mich eigenständig um etwas anderes zu kümmern.
9.7.07 21:55


Und schon wieder mischt sich die Politik erheblich in mein Leben ein. Ich durfte vom Balkon aus einen Naziaufmarsch ausbuhen, der meine eigene Straße entlangmarschierte, und wieder Fotos von gigantischen Polizeiansammlungen machen, die mich am Einkaufen gehen hinderten. Können die sich nicht woanders kloppen? Und wieso gibt es keine Möglichkeit, herauszufinden, was da in Pölchow wirklich passiert ist (Linke attackieren Rechte? Rechte attackieren Linke?)

Sonst lebt das Leben so vor sich hin. Abgesehen davon, dass ich täglich mindestens eine Stunde spazierengehe, mache ich nicht viel. Aber es gibt ja auch nichts zu tun. Mein Realitätsbezug macht immer mal wieder Pause, und meine KKS' (komischen körperlichen Symptome) werden nicht weniger. Das ist ärgerlich, aber nicht problematisch, und das ist doch schon mal was. Auch das Langzeit-EKG, dass ich beim Kardiologen gemacht habe, meint, dass das eher ungefährliche Stresssymptome sind - lästig, ja, aber auszuhalten.
30.6.07 22:07


Es geht weiter!

Die Erkenntnis, dass das Leben weitergeht, ob nun mit oder ohne mich, ist wieder eine dieser Bauernweisheiten, die man immer weiß, aber nur selten verinnerlicht. Manchmal machen mir Menschen Angst, weil ich jedesmal aufs Neue feststelle, dass 'die da draußen' auch alle krank sind. Das kann man negativ sehen (es gibt keine gesunden Menschen und mir wird es auch nie besser gehen und die Welt ist hoffnungslos) oder positiv (die sind auch alle krank, und trotzdem gehts weiter, irgendwie).
Ich strebe derzeit einen positiven Fatalismus an, d.h. ich will zu der Einsicht gelangen, dass alles immerzu schief gehen kann, dass das aber gar nicht so schlimm ist. Es geht ja weiter.
Und ich habe die Abmachung mit mir getroffen, dass ich es nicht verdiene, aus dem Leben zu gehen, wenn meine Symptome es nicht schaffen, mich umzubringen. Denn das ist ja das Absurde: Jedesmal, wenn mein Puls aussetzt, zu schnell schlägt, ich nicht genug Luft kriege etc., denke ich daran, jeden Augenblick umzukippen, ohnmächtig oder tot. Aber mit all den Suizidgedanken und Plänen sollte mir das doch entgegenkommen, oder?
Und wenn ich schon nicht abfrecke, dann sollte ich besser gleich am Leben teilnehmen. Rückzug in Traumwelten ist angenehm, das Auftauchen ist es nicht. Und irgendwo ist das ja auch die Flucht ins Paradies, und das soll es auf Erden nicht geben, heißt es. Ganz ohne Realität geht es nicht, und wenn ich die Realität verkommen lasse, tut es eben weh, wannimmer ich mich ihr wieder widme.
Ich bin gestern ganz gut eingeschlafen, endlich wieder, und habe heute promt verpennt. Eigentlich wollte ich B. in die Klinik begleiten (sie wird heute wieder aufgenommen), aber Schlaf ist ja auch nicht schlecht. Mittlerweile stehe ich auf, sobald ich wach bin. Gleich ins Leben treten - solange ich mich bewege, geht's.
Ich war gestern insgesamt vier Stunden unterwegs, spazieren mit P., Hund und irgendwelchen Frauen mit Hund, denen man beim Gassigehen so begegnet. Gute Unterhaltungen und ein Gefühl von contentment - *grübel*. Von Zufriedenheit.
Heute ist aufräumen, umräumen, wegräumen angesagt, außerdem brauche ich Geld, d.h. ich verscheuer alles, was sich so verscheuern lässt, über E-bay. Meine Comicsammlung zum Beispiel. Klamotten bring ich in den An- und Verkauf, über mein Teleskop verhandle ich mit meinem Vater, und was in meinen Kramkartons noch so auftaucht, bring ich irgendwann auf den Flohmarkt.
Das sowie soziale Kontakte und frische Luft verschlingen derzeit meine ganze Zeit, und das ist gut so.

Tly, ich bin von 10-22 Uhr anrufbar, und komm zu dir, sobald ich Geld hab.
14.6.07 12:21


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