Ich und das Was auch immer
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Ich war auf einem Transsexuellenstammtisch.

tl,dr: Mein Schlag Leute - und wiederum nicht.

Im Vorfeld war ich sehr nervös. Ich kenne keine Transsexuellen persönlich und wollte, da ich erfuhr, dass es diesen Stammtisch gibt, endlich auch anderen begegnen und von Erfahrungen, sowohl persönlich als auch bürokratisch, profitieren.
Ich tapselte im Treppenhaus herum und war unsicher, wo genau ich denn da hin muss, da Umbaumaßnahmen die Beschilderung unzutreffend haben werden lassen. Ich wurde dann aber sehr herzlich empfangen, gründlich ausgefragt, ob ich denn schon so lebe oder so leben möchte, wie ich dazu komme und warum ich denke, dass ich dort hingehöre. Ich kann sagen, dass ich sehr respektvoll aufgenommen wurde, dass mir zugehört wurde und es keinerlei Fremdzuschreibungen gab, was ich denn wäre und warum.

Aber:

Selten habe ich so viel Sexismus auf einmal gesehen. Wenn das eigene Geschlecht in der Identität so viel Raum einnimmt, wird *alles* auf diese Identität hin bewertet. Diese Leute gendern ihren Gang, ihre Mimik, ihre Interessen, ihren Alltag. Sie gehen nicht einkaufen. Sie gehen *weiblich* einkaufen. Sie schauen nicht fern. Sie schauen *männlich* fern.
Im Kontrast dazu ist meine Geschlechtsidentität wankelmütig und zart. Sie versteckt sich scheu in einem fernen Winkel und ist sich ihrer selbst nicht besonders sicher. Ich hingegen gehe einkaufen, spiele Computer, treffe Freunde und spaziere mit dem Hund und vergesse sie dabei manchmal zuhause.
Ich bin vielleicht zu postgender, um als transsexuell zu gelten - als politische Ideologie mag das zum Scheitern verurteilt sein, weil es die gegenwärtige Realität ausblendet und Probleme der Geschlechtergerechtigkeit verschleiert, als Lebensstil hingegen möchte ich es jedem nahe legen. Sozialisierung und Hormone produzieren ihren Anteil an Geschlechterunterschieden, der weitaus größte Teil der Ungleichheit stammt jedoch aus der verschiedenen Bewertung von gleichem Verhalten - autoritär kontra zickig, gentlemen- und ladylike - und das habe ich dort massiv und bewusst reproduziert gesehen. Diese Leute haben kein Problem mit Sexismus und Stereotypisierung, solange sie sich ihre Schublade aussuchen dürfen. Das trifft, wie immer, alle, denen keine Schublade so recht passt oder die ihr Leben nicht in binären Kategorien bewertet sehen wollen.

Letztlich sehe ich zwei Probleme, die Transsexualität definieren: eine physische und eine gesellschaftliche. Ich habe mich in den letzten Jahren sehr stark mit meinem Körper ausgesöhnt und es gibt weiß Gott genug Menschen, die mit ihrem Äußeren unzufrieden sind. Auch Cis-Frauen mögen Menstruationen nicht. Auch Cis-Männer finden ihren Penis zu klein. Menschen lassen sich ihre Nasen operieren, ihre Brüste vergrößern oder leiden unter ihrem Übergewicht - generell finde ich Gesundheit bedeutsamer als kosmetische Spitzfindigkeiten. Man muss sich eben behelfen. Und es ist ja nicht so, dass man *schnipp* machen kann und auf einmal das Geschlecht gewechselt hat. Hormone haben Nebenwirkungen. Viele pubertäre Veränderungen sind nicht rückgängig zu machen (breite Hüften, Stimmbruch). Nun ist die Frage also, welchen Wert eine mehr oder weniger gewaltsam herbeigeführte Änderung für den Betreffenden hat. Das kann ich natürlich nicht für andere entscheiden - so wie viele mit ihren künstlichen Nasen zufrieden sind, sind auch viele mit ihren künstlichen Brüsten und ihrem künstlichen Stimmbruch zufrieden. Ebensohoch dürfte aber der Anteil derer sein, die sich immer als unfertiges Kunstwerk betrachten und stetig in Dissonanz mit ihrer physischen Erscheinung leben. Das Ziel ist nicht "perfekt" sondern "gut genug" - und vor diesem Gesichtspunkt und der beträchtlichen Nebenwirkungen sowohl hormoneller Behandlung als auch chirurgischer Eingriffe erfüllt mein Körper auf jeden Fall Letzteres. Ich kann mir gut vorstellen, eines Tages Hormone zu nehmen. Jetzt ist mir der Preis dafür zu hoch.

Der andere Aspekt ist die gesellschaftliche Ebene. Und so sehr einem passende Pronomen und Anrede schmeicheln, zahlt man einen hohen Preis dafür. Werde ich jetzt mit "junge Frau" angesprochen, weiß es mein Gegenüber nicht besser. Würde ich mich unmissverständlich männlich präsentieren, wäre es beleidigend. Will ich wirklich herausfinden, wie viel anders die Reaktionen und Meinungen der Menschen mir gegenüber wären, würde ich mich nicht als nicht-gerade-mädchenhafte-Frau, sondern als Transmann (und machen wir uns nichts vor, es gehört viel dazu, um unhinterfragt als Mann durchzugehen) präsentieren? Ich glaube nicht. Im Internet heiße ich Klaus. Im persönlichen Umfeld heiße ich Klaus. Beruflich ist es gespalten und schwierig. Eine Namensänderung oder Anerkennung als Künstlername könnte das ändern - unter eingetragenem Künstlernamen kann ich Verträge abschließen, Hotels buchen und meine Identität für berufliche Kontakte nachweisen. Überall, wo es lohnt oder ich in direkten Kontakt mit Menschen trete, könnte ich Missverständnisse über mein (Nicht-)Frau-Sein ausräumen. Und bliebe dennoch verschont von Verurteilung durch gänzlich Fremde. Win-win - zumindest für mich.

Ich habe einfach keinen vergleichbaren Leidensdruck, um mich mit den Transsexuellen, die ich getroffen habe, zu vergleichen. Es geht mir zu gut. Ich habe ein Umfeld, in dem Geschlechter keine Rolle spielen und sich niemand in enge Rollenbilder zwängen lässt. Wer gerne Schuhe anprobiert, shoppt nicht weiblich, sondern probiert gerne Schuhe an. Wer Computerprobleme löst, hat keinen männlichen Sachverstand, sondern ist technikaffin. Was bleibt?
Neunzig Prozent meines sozialen Umgangs sind genderfrei. Mir reicht das.


P.S.: Dass ich mich dort auch intellektuell nicht aufgehoben gefühlt habe, kommt noch dazu.
2.8.14 23:02


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Feelingsdump

Manipulation tactics that trigger my asshole alert.
Warnings: random capitalisation.

Let me start by saying that I like arrogance in a person. I like people valuing quality, so talking down on people making errors gives me that We Are Better Than That, Right? feeling. Somehow I'm still surprised when it's directed at me by people I like.
There are a lot of manipulation tactics that are dependent on But I'm Special Syndrome. Cheating partners telling their spouses they are different and the others are just for sex, or talking shit about fat people in the presence of The One Fat Friend Whose Fatness They Forgive. I rarely fall prey to those. If you are an asshole to others, I assume you might be an asshole to me, too. If you use people, you might use me. But with intellectual arrogance, I just don't see it. Because I'm Special. I'm clever, too. It can't happen to me, and hating stupidity means liking cleverness, right? What I fail to see time and time again is that condescension and talking behind people's back are habits that don't just apply to that one form of arrogance. They are bad habits. They are markings of assholes.
So obviously, there are assholes that I like having in my life. I'm very much over romantic attachments to people like that, but I do seek them out as friends. It's an itch I need scratched, something that feeds my ever-hungry superiority complex. Those people can be wonderful friends, intellectually stimulating, and still - they have asshole habits. And asshole behaviour is what makes assholes.
I've encountered my fair share of manipulation tactics. A narcisstic polyromantic something Close To A Boyfriend But Not Quite, some oh-so-free-spirited acquaintances, and lots of lonely people. Let me tell you lonely people are the WORST! I've been pretty lonely myself most of my life, so I've been a manipulator, guilt-tripper and all-around bad company, too, but I'm also good at spotting lonelyness patterns. Some of those:
You Should Be Friends With Me Because I Try So Hard (also called favor sharking)
It's So Unfair Nobody Will Put Up With My Antisocial Behaviour! I'm entitled to friends, because noone should ever suffer like I suffer (but they should in lots of different ways through my inflicted company)
Feeling That I Need To Get Laid Should Get Me Laid (the classic creep)
But there are more things that really, really should be a red flag, not just to me, but everyone. They are markings of abuse, and abuse should not be taken lightly, whether it's happening in the family, marriage, or friendship.

There's this potentially slightly asshole-ish friend of me. This is true: he's not so bad (which, yes, I do recognise as the classic non-apology), and in fact is very rarely insulting. At least to people's face. There is, however, a lot of anger and frustration that feeds itself in a devious circle of unhappiness and expectations. He can't seem to get used to the fact that people ARE stupid, and will always be, and that it's not his job to fix that through Making People See How Stupid They Are.
Yesterday, we had a disagreement. I was looking for praise for something I was proud of. He thought that thing I liked was not a good thing. Which is fine - I can live without a pat on the back for a day, or I could look for it elsewhere. Something about his wording triggered my Holy Shit Asshole response, though. Every try to Make Him See The Thing I Like Is Great, or to Make Him See I'm Still A Worthwile Person made it somehow worse. I took several tries to clear this up, and I'm not sure we're done yet. Because while I was absolutely overreacting, a lot of his responses triggered other warnings. Most of them through my interpretation, but still. Now I worry.
I know my asshole-o-meter was off. But: That he could even give me the idea is, in itself, not a good sign. That some parts of the communication could even remind me of Really Bad Manipulation. The feeling that I was making it worse by voicing the problems. That I was so quick to hear D when what was said was really much closer to q. I have identified some of the triggers that set me off, and most of them were definitely heard, not said. The conflict happened mostly on my side. He didn't even notice - which is the conflict that happened on his side. I voiced my feelings. Clearly. I communicated exactly what my problem was and what kind of reassurance I was looking for, and it was not coming forward and still isn't. I am not sure if I feel entitled to that reassurance because I'm needy or because it would prove that he actually does care.
Here's what I was hearing:

The Things You Like Make You A Bad Person

This is the first one, the one that triggered me and the rest of the conversation. I was told that The Thing I Like is a bad thing and makes me bad at my job. I tried to reset the context, to rephrase, to communicate what I like about Thing and why this is important to me and why I still think that I am a Good Person Doing A Good Job, and it somehow didn't produce the desired result. I did get an acknowledgement that I am free to like what I want. I didn't get an apology or a retractment of the Liking This Is A Bad Trait In Your Field. Which I honestly can't expect, because that is a valid opinion. It still hurts.

I Didn't Insult You, Just Part Of You

There is some disagreement on what is personal and what isn't. As liking This Thing is not some passing interest of mine, but something that I feel is just how I am, it's actually part of me, I plead personal. He (rightfully) states that he didn't attack me and just voiced an opinion about Thing. This will not be resolved and probably doesn't have to, but I do wish that this discrepancy would be acknowledged. I think both are valid opinions. It might not have been personal for him, but it was for me. I don't want to justify that feeling. I shouldn't have to.

There are more. I won't comment them all. They also don't actually apply to things he said - they are things I was expecting to hear at that point and that I was reading into our sparse communication. Did I mention this happened via Skypechat? Not a good medium for disagreements.
Those are patterns I look for - they happened exclusively in my head. This time. I have experienced them often enough to look for or expect them. This says more about me and past friendships than about him. These will all feel okay again when we meet in person, because I am sure they will not be present in our next conversation and the feeling they might be or might have been will pass. I am listing them for completeness.

My Insults Are Okay Because I Really Meant Them
You Feel Hurt So It Must Be Your Fault
Your Hurt Is Hurting Me
You Are Invested In This Relationship So Its Your Job To Patch Things Up
I Forgive Your Feelings Because You Apoligized For Feeling Hurt By Me

This breakdown made my head look a bit more organized. That was helpful. It was also very much Not Fun. I'm writing this down to remember those triggers, to examine them earlier in the future, and to keep myself from dwelling on them now. I hope I'm done with this now and All Is Good.
3.9.13 17:24


Müde, und kaputt.

Es gibt zwei Sorten kaputter Leute: die, die es drauf anlegen, sich noch weiter kaputt zu machen, weil schon alles zu spät ist, und die, die jedes Risiko, weiter kaputtzugehen, vermeiden.
Ich stelle immer wieder fest, dass ich zur zweiten Gruppe gehöre. Das mag nun nicht zwangsläufig etwas Schlechtes sein, eher ist es die vernünftigere, produktive Herangehensweise, aber es ist auch die bei Weitem langweiligere. Ich bewundere Leute, die im Angesicht von Problemen sich immer noch selbst mit dem Hammer auf den Kopf hauen, aber nein danke, nicht für mich, bitte. In meinem Kopf sitzt ein kleines Kind, das sagt: aber das tut doch weh, und damit hat es völlig recht.
Problematisch wird es eigentlich immer dann, wenn Leute von sich auf andere schließen - schön und gut, wenn du dir mit dem Hammer auf den Kopf hauen willst, aber warum sollte ich das auch tun? Warum bin ich ein Jammerlappen, wenn ich es nicht tue?
Ich will keine Drama Queen sein und halte mich auch nicht für eine, aber immer, wenn ich Rücksicht auf mich nehmen will, wird mir das vorgeworfen, meist subtil, aber manchmal auch direkt.
Ja, ich suche mir diese Leute aus, ich verbringe gerne Zeit mit Ihnen, weil sie so hardcore sind, sich mit Hämmern auf die Köpfe zu hauen, aber muss ich immer so sein wie sie?
Wird die Hammer-Metapher langsam doof? Ja, das wird sie.

Ich mache mir Sorgen, wenn mir was wehtut.
Lasst mich doch!

Es gelingt mir nur langsam und unvollständig, mich wieder mit A. anzufreunden. Das ist schade. Vor allem führt es dazu, dass ich tatsächlich das dritte Rad am Wagen geworden bin, entgegen aller vorherigen Beteuerungen, dass alles viel geselliger werden wird, jetzt, wo M. auch hier wohnt.
Ich bin sehr viel allein seitdem.
R. war in letzter Zeit viel hier, das hat Einsamkeit recht effektiv vorgebeugt und A. zu dem Hinweis verleitet, wie sie denn Zeit mit mir verbringen soll, wo doch R. dauernd hier sei.
Man nennt es einen Teufelskreis.
Seit dem letzten Besäufnis hat er sich nicht blicken lassen. Ich hatte den Kater meines Lebens - drei Tage lang. Jetzt suche ich nach Stabilität, nach ein klein wenig normalem Leben. Und schäme mich dafür, langweilig zu sein.
29.11.10 16:29


Bumm.

Ich habe ein Faible dafür, mit offenen Auge in mein Verderben zu schlittern. Es ist wie eine Explosion in Zeitlupe, oder die Sekunden davor. Die sich entwickelnde Hitze, die entferntere Dinge flimmern lässt. Funken, die wieder verlöschen. Funken, die irgendwo aufschlagen. Und schließlich das kleine blaue Zünglein Flamme, das sich langsam, ganz langsam zu einer Wolke, einem Ball entwickelt, und schließlich zu einem Monster wird, das verschlingt, was es greifen kann. Eine Explosion kann sehr lange dauern.

Dinge, die passieren:
Ich habe Teil an einem wunderbaren begeisterungswürdigen Projekt. Ich bin nicht geschaffen für Nebentätigkeiten - ich wünschte, ich hätte ein paar Tage zusammenhängend Zeit, während ab und zu jemand vorbeischaut, wie weit ich bin und mir sagt, dass ich mich beeilen muss. Stattdessen verbringe ich jeden Nachmittag zwei Stunden damit, mich davor zu drücken, nochmal zu arbeiten (denn dann habe ich den Ausbildungstag bereits hinter mir), eine weitere Stunde damit, nicht am Computer zu sitzen (der Abwasch will auch gemacht werden und meine viereckigen Augen wollen sich auch erholen) und dann noch ein paar Stunden mit einem der folgenden Dinge:
- sozialen Kontakten (ich wohne nicht allein, und Kommunikation ist wichtig)
- sinnvollen Dingen (ich habe endlich Strom angemeldet für die Wohnung, die ich seit Januar bewohne)
- Masturbation (warum? weil ich es kann!)
- E-Mails schreiben, die Arbeit betreffen (das sieht so aus, als kümmerte ich mich dauernd um Dinge, in Wirklichkeit aber stehen meine Hauptaufgaben dadurch hintenan)
- Arbeit (oh mein Gott, warum komme ich nicht schnell genug voran? warum steht da so viel über diesem Punkt auf der Liste?)
- Masturbation (warum nochmal? weil ich schon wieder kann!)
Die Explosion ist noch im Stadium der Erhitzung, aber Deadlines rücken näher. Das wird noch sehr, sehr spannend.

Dinge, die passieren werden:
Mein Gefühlsleben möchte es nicht einfach haben. R. tut mir nicht gut. Er ist sehr zärtlich dabei, und ich schließe genießerisch die Augen

Dinge, die passiert sind:
Ich habe mich unter einer Blinddarmentzündung windend meine Zwischenprüfung geschrieben und wurde noch am gleichen Tag operiert. Damit wurden meine Pläne zunichte gemacht, mit einem jungen Mann, der eigens zu Besuch anreiste, meine dreiwöchige Alkoholabstinenz zu beenden. Ich holte A. aus dem Urlaub zurück, damit sie ihm in unserer leeren Wohnung Gesellschaft leisten konnte, während ich im Krankenhaus lag. Wir verbrachten eine schmerzhafte (mit Bauchwunden lacht es sich nicht gut), fröhliche (es lacht sich wirklich nicht gut) und beischlaffreudige (es schläft sich auch nicht gut bei) Zeit, in der ich endlich Gelegenheit bekam, jemanden so gründlich kennenzulernen, bis ich ihn nie wieder sehen will. D. ist also aus dem Rennen, und das gründlich. Bis dahin war es aber schön, ihn gekannt zu haben. Es ist ein wenig traurig, festzustellen, dass es über jemanden nichts mehr zu wissen gibt, und das, nachdem man nicht viel tiefgründiges geredet hat. Oberflächliche Menschen sind seltsam. Es war eine schöne Explosion, nur die Asche schmeckt nicht sonderlich gut.
25.4.10 14:07


Alles passiert. Irgendwem.

Ich schreibe hier mal wieder, um mich davor zu drücken, Dinge zu schreiben, die auch jemand liest.
Da wäre die Reportage, über die ich jetzt nichts sage, da ich erst drei Absätze habe und zwei Ansätze, weiterzuschreiben. Oder die schriftliche Präsentation einer Webseite, die ich für die Ausbildung machen muss. Oder die E-Mail an meinen Nebenjob, in der ich einige Nebensächlichkeiten frage, um darüber hinwegzutäuschen, dass ich nicht vorankomme.

Alles in allem gibt es mehr zu tun, als mir lieb ist. Immer, wenn mir nach etwas Produktivem, Kreativem ist, drängen sich andere Dinge in den Vordergrund. Zum Beispiel ist die Zwischenprüfung um einen Monat vorverlegt worden - das bedeutet, dass ich bis zum 4.3. häufige Anfälle spontaner Panik sowie Ausbrüche von Lernwillen zu erdulden haben werde.

Intensives Seriensuchtverhalten und damit verbundener Online-Video-Konsum haben zu gehäuftem Realitätsverlust geführt.
Ich bewege mich durch einen Watteschleier und schmachte nach der nächsten Folge, nur eine noch, bitte bitte dann hör ich auf aber eine kurze etwas Zeit ist noch ich muss ich muss lass mich!
Bewegung hilft: Wäsche aufhängen, Katzen füttern, Blumen gießen, einkaufen, saubermachen. Der Computer hingegen ist ein Trigger, der das Verlangen wieder aufkochen lässt. Ich arbeite nicht gut. Nicht genug. Ich werde nicht fertig.

Seit ich meinen Nebenjob habe, trage ich dieses schlechte Gewissen mit mir herum. Ich weiß, dass ich die Kollegen mehr Arbeit koste als ich ihnen abnehme, und werde und werde nicht besser. Meinen Finanzen tut das gut, meinem Selbstwertgefühl nicht.
Nichts verletzt mehr als ungerechtfertigtes Lob.

Dinge passieren. Schöne Menschen machen schöne Dinge mit mir. Ich bin kaum zu Hause und freue mich schon auf den Tag, an dem ich wieder im Zug sitze und irgendwo hinfahre. Überall ist es schön. Ich vermisse Menschen, die weit weg sind. Ich bin kontinuierlich müde, aber der Tag ist zu kurz, um viel zu schlafen. Es gibt Dinge, über die ich nicht reden darf, dabei sind es schöne Dinge.
Ich sprudele ein bisschen. Blubbernde Bläschen aus Euphorie und Einsamkeit, aus ichwillichwillichwill und dingesindpassiert steigen durch meine Adern auf und kumulieren zu einem brodelnden Ball in meinem Kopf, der so groß ist, dass er einen Scrollbalken am Rand hat.

Mit A. zusammenzuziehen war eine gute Idee. Wir führen ein schönes Leben und passen ein wenig aufeinander auf.

Ich muss dann mal wieder.
Weiter Sachen machen.

Herzlichst.
10.2.10 10:07


Dokumentation eines fragmentierten Daseins (in Fragmenten)

A. fragt mich nach einem Taschentuch, wie jedesmal, wenn wir unterwegs sind. Es ist Weihnachtsmarkt und durch die Stadt schwärmen die Sorte Provinzler, die immer da sein wollen, wo 'was los ist', auch wenn die Ansichten über das, was 'was los' ist, auseinandergehen. Zwischen Buden, aus denen phänomenal unfestliche Weihnachtsmusik ertönt, schleichen Rentner, Jugendliche und auch ein paar Einheimische umher (die weder Rentner noch jugendlich sind, sondern vor allem einheimisch. Man erkennt sie am desinteressierten Schlendergang. Sie versuchen nicht, die historische Altstadt hinter der Neonbeleuchtung auszumachen, oder die nackten Figuren des Pornobrunnens (in Touristenführern als Brunnen der Lebensfreude bezeichnet) unsittlich zu berühren, sondern sind nur auf der Suche nach überteuertem Essen und zu heißem Glühwein.)
A. und ich bewegen uns zwischen ihnen wie verlorene Schafe, A. mit der Freude des von allen Seiten bespaßten Schafs, ich mit der gutmütigen Akzeptanz des vom Provinzler mitgeschleiften Einheimischen. Die Menschen um uns stinken, A. fährt Klack-Klack. Das klickende-klackende Rad mit dem liebesperlengefüllten Griff ist für eine andere Altersgruppe gedacht und zwingt sie zum gebückten Gang und bringt sie dadurch mit meiner Informatikerwirbelsäule auf eine Höhe. Ich fühle mich seltsam geschmeichelt.
Der Abend verfolgt keinen anderen Zweck als sagen zu können, wir seien dagewesen, und als konsumfeindliche, erfahrungsorientierte Postmaterialisten halten wir nirgens an und kaufen nichts. Außer dem Klick-Klack, einer Backbanane, zwei Chamignonpfannen, zehn Schuss Luftgewehr und zwei Fahrten mit einem Leute-durch-die-Gegend-schleuder-Gefährt (mit Überschlag). A. weist mich zu Beginn der Fahrt darauf hin, dass ich einen Herzfehler habe. Beinahe hätte ichs vergessen. Den Rest des Abends habe ich gelegentliche Schwindelanfälle und Arrhythmien, aber das gute Gefühl, mich auf ungesunde Sachen eingelassen zu haben.


Zum ersten Mal seit Wochen kann ich mir erlauben, einfach mal im Bett zu bleiben. Davon mache ich exzessiv Gebrauch, Musik und Computerspiele halten die Langeweile auf Abstand. In langen Tabellen analysiere ich die Erfahrungspunkte, die ich für das Töten verschiedener Monster bekomme - die Realität tritt in den Hintergrund vor Fantasy-Rollenspielen in Pixelgrafik. Irgendwann beginne ich, mit imaginären Freunden zu reden, aber das gehört schließlich dazu und darf nicht weiter ablenken - Müßiggang ist allen Wahnsinns Anfang. Ich vergesse nicht nur das Essen, sondern auch das Rauchen dabei - der gesundheitliche Nutzen wiegt die veränderte Definition von Wirklichkeit wieder auf, meinst Du nicht?
-Ich weiß nicht. Wir sind erst Level 10.
-Bekommt man fürs Rauchen Erfahrung?
-Im Real Life bestimmt.
-Das RL ist aber sowieso komplexer. Es gibt Erfahrungen, die mehr schaden als nützen. Und viel Erfahrung heißt nicht immer höheres Level. Das Konzept lässt sich also nicht ganz übertragen.
-Das wird mir jetzt zu bescheuert.
-Wieso, das ist Soziologie. Oder Psychologie oder so. Wenn man das mal sachlich untersucht, kann man daraus bestimmt was wissenschaftliches daraus machen.
-Ach, halt den Rand.
Gedanken sollte man sich erst machen, wenn man sich selbst nicht mehr zuhört ...



Ich sehe mir sozialistische Filme an, überlege, mit welcher Figur ich mich am meisten identifizieren kann und wünsche, R. wäre hier und machte mit. Ich suche mir eine Rolle für ihn aus und stelle mir mögliche wie unmögliche resultierende Dialoge vor, die darüber stattfinden könnten, wäre er hier.
Es gibt nichts merkwürdigeres, als jemanden zu vermissen, den man täglich sieht.



Herzschmerz klingt nicht mehr so kitschig, wenn man ihn wörtlich nehmen muss. Nach einer heftigen Attacke am Montag ist mein Kreislauf noch nicht wieder ganz das, was er sein sollte. In mir wächst der Wunsch, meinem Kardiologen auf dem Heimweg aufzulauern, um ihn endlich persönlich belästigen zu können - seine Schwestern und Sprechstundenhilfen regeln den Betrieb in der Praxis, so dass tatsächliches Vorsprechen nicht nötig wird. Eine Notiz der Schwester, die mit mir gesprochen hat, führt zu einer Entscheidung des Arztes, die mir über eine weitere Schwester übermittelt wird - ein Tag Langzeit-EKG, Befund wird an den Hausarzt übermittelt. Mit den Kabeln am Leib fühle ich mich wie ein Cyborg, was mich ein wenig für die indirekte Kommunikation entschädigt. Trotzdem fange ich an, das zu tun, was ich auf keinen Fall wollte: Situationen zu vermeiden, die ohne meinen Herzfehler und die daraus resultierenden Anfälle kein Problem wären. Ich lasse mich vom Sohn meiner Chefin zum Nebenjob fahren, damit ich nicht allein mit dem Fahrrad fahren muss, habe mein Handy mit Guthaben immer dabei, wenn ich alleine bin und habe Angst vor Masturbation, weil ich meinem Herzen keinen Orgasmus mehr zutraue. Ich weiß, dass mein Verhalten irrational ist, aber für das Ausbleiben eines weiteren Anfalls nehme ich so ziemlich alles in Kauf. Gäbe es keine Kompatibilitätsprobleme, ich ließe mir ein Laufrad mit ein paar Meerschweinchen implantieren, um mein Herz zu ersetzen.




Die Odyssee der Wohnungssuche scheint sich endlich ihrem Ende zu nähern. Ich freute ich mich sicherlich mehr, wäre diese Hoffnung nicht schon mehrfach enttäuscht worden. Die ständige Ungewissheit des Wartens auf eine Vermieterantwort oder die quälende Verzweiflung der fehlenden Unterlagen sollte endlich ein Ende haben. Ich hüte unterschriebene Bürgschaften, Einkommensbescheide und Kopien von Personalausweisen wie ein Drache seinen Schatz. Ich will sie mir unter das Kopfkissen schieben, damit ihnen nichts passiert, während ich schlafe, aber die resultierenden Knitterfalten sind eine ernsthafte Bedrohung für meine Zukunft. Außerdem würde ich dann vergessen, sie am nächsten Tag beim Makler einzureichen.
Ich finde, Wohnungen sollten so verkauft werden wie Joghurt. Gehe ich in eine Kaufhalle, um Joghurt zu kaufen, stehen sie aufgereiht im Regal und warten auf mich. Komme ich in ihre Nähe, so beginnen sie zu schreien, ringen um meine Aufmerksamkeit und versuchen, sich gegenseitig zu übertönen. Eine Wohnung tut das nicht. Eine Wohnung gibt sich desinteressiert und eitel, eine Wohnung fragt mich, ob ich überhaupt gut genug bin für sie oder es verdiene, sie zu bewohnen. Woher ich mir das Recht nähme, sie auch nur anzusehen, und wovon ich sie denn vorhabe zu bezahlen.
Ehe ich eine Gelegenheit habe, mich zu rechtfertigen, springt mir auf einmal ein der Kaufhalle entlaufener Joghurt in den Nacken und kreischt: "Ich hab dich beobachtet! Du kaufst manchmal bei mir zuhause ein, aber nie kaufst du Joghurt! Nie! Nein, sag nichts, du hast es nur noch nicht probiert. Glaub mir, wenn du einmal den Löffel tief eintauchst und langsam rührst, dann wird es dir gefallen, und dann willst du mehr ... du hast nur noch nicht den richtigen Joghurt getroffen. Wir sind füreinander bestimmt, du und ich, ich weiß es genau... Warte, wo willst du denn hin?"
11.12.09 20:24


Realität schädigt Onlineaktivitäten

Ich komme zu gar nichts mehr, weil ich alles gleichzeitig mache.

Ich bin sehr glücklich mit meiner Ausbildung. Ich bin fleißig, lernbegierig und produktiv, leide unter Schlafmangel, Stress und Workaholismus.
Dazu kommen diverse Projekte: Filmarbeiten, an denen ich beteiligt bin, ab nächster Woche ein Nebenjob auf dem Weihnachtsmarkt sowie wöchentliche Kneipenabende mit Kollegen.
All das mache ich gerne und mit Begeisterung, bin aber zeitlich vollkommen überfordert - was ist Freizeit? Was macht man damit?
Seit Wochen habe ich Schmerzen im Brustkorbbereich, nun hat sich herausgestellt, dass sie im Magen sitzen. Was macht der Magen da oben? Wieder etwas dazugelernt, ich hätte ihn im Bauchbereich angesiedelt. Diagnose Stress. Wenn Magentropfen nicht helfen, soll nach Geschwüren gesucht werden. Ich bin dagegen.
Ich muss das Ganze mit dem normalen Leben und so doch erst üben, da kann man sich schon mal übernehmen. Ich will aber auch nichts von meinem Zeitplan streichen, ich bin ja froh, eingebunden zu sein. Ich bin gar nicht mehr sicher, ob ich aus Rostock weg möchte. Endlich fasse ich hier Fuß. Endlich fasse ich überhaupt irgendwo Fuß.

Ich will mir ein Macbook kaufen. Ein Mitschüler verkauft mir seins - noch kein Jahr alt - für 700. Das sind viereinhalb Monatsgehälter und unbezahlbar, darum der Nebenjob. Aber seit ich beschlossen habe, darauf zu sparen, fehlt es mir jeden Tag. Ich wusste vorher gar nicht, wie dringend ich einen Laptop brauche.

Um das Frühaufstehen noch ein wenig schwieriger zu gestalten, häufen sich nächtliche Aktivitäten. Montag ist Momotag - das Momo ist eine geräumige Kneipe, in der montags Bands spielen, meistens interessante. Vor Mitternacht kommt man da nicht raus, manchmal bleibe ich bis drei.
Gestern war ein Musikvideodreh für eine Rostocker Band geplant. Stattdessen fiel das Konzert aus und unser junges dynamisches Filmteam bestehend aus drei unqualifizierten Wahnsinnigen hat bis um fünf zu Drum'n'Base getanzt. Warum auch immer. Mit tut alles weh. Und morgen muss ich früh raus.

Solche Dinge passieren häufiger, seit ich so etwas wie ein soziales Umfeld habe. Irgendwie schön, irgendwie anstrengend.
Das richtige Leben ist ungewohnt, stressig, kompliziert und ungesund. Es lohnt sich.
30.11.08 15:46


Es ist mal wieder so weit ...

Nicht zum ersten Mal, aber mit einigermaßenen... -igen ... ei-ni-ger-ma- äh ... ßigenen?
- mit einigermaßen vorhandenen Erfolgsaussichten dringe ich ins Dickicht des Wahren Lebens(TM) vor. Seit dem 1. 10. bin ich in Ausbildung.

Nachdem ich mit Mühe, Schweiß und Herzblut umwerfende Bewerbungsunterlagen zusammengestellt, im Internet unzählige faszinierende Ausbildungsplätze recherchiert und es unterlassen habe, beides miteinander zu verbinden, indem ich Bewerbungen verschickt (also genau das nicht getan) habe - nach alldem wurde ich eines Mittwochmorgens in nicht allzu ferner Vergangenheit von meinem Berufsberater geweckt. Da sei noch irgendsoein Sonderprogramm. Da machte ich doch grade Praktikum. Ich solle da mal hin.
Mein (Ex-)Praktikumsbetrieb hat einen Bereich "Medienwerkstatt" und einen "Berufliche Bildung". Die einen machen was. Da war ich. Die anderen verkaufen für viel Geld Leuten Ausbildungsplätze, die woanders keine bekommen haben. Da bin ich jetzt.
Finanziert wird das Ganze vom Europäischen Sozialfond - ich brauche so dringend Hilfe, da muss Europa ran!

Am Tag dieses Anrufes sprang ich also geschwind zur Beruflichen Bildung, sagte ganz oft "äh" und "mein Berufsberater hat gesagt", legte meine oh-so-ausgefeilten Unterlagen auf den Tisch und wurde mit einem halbherzigen "Ja, dann kommse mal morgen zum Eignungstest. Um neun." wieder hinauskomplimentiert.

Um neun. Um neun ist mitten in der Nacht. Um neun ist eine Katastrophe!
Und um neun ist gar nichts gegen das halb acht, was ich fortan jeden ver****ten Tag aufstehen muss.
Einige meiner Mitschüler kenne ich schon aus der Medienwerkstatt, aus den anderen Jahrgängen habe ich die meisten schon mal gesehen, weil ein Teil des Unterrichts im Gebäude der Medienwerkstatt stattfindet.
Dort sieht man sich dann im Raucherraum - wie kommen Nichtraucher eigentlich zu sozialer Interaktion?


Genug davon - ich schreibe wieder, ein bisschen. Liedtexte, oder welche, die es mal sein wollen, und komische Sachen, die ich anfange und vielleicht, wenn ich mal groß bin, fertigstelle.
Und ich komponiere, das heißt, ich setze mich an den Rechner, klicke mir was zurecht und hoffe, dass das irgendwie zusammenpasst. Es kommt nie etwas dabei heraus, was ich haben wollte, aber immerhin irgendwas. Wen es interessiert, der Downloadlink: http://www.file-upload.net/download-1178698/Musik.rar.html.
Wer da mal reinhört, stellt schnell fest, dass ich von Musik keine Ahnung habe. Und dass ich drei verschiedene Programme verwendet habe, die alle ihre Eigenheiten haben - eins für Disco-Krach-Zeuch, eins für Gitarrengeplätscher, eins für klassische Komposition. Nichts davon kann ich irgendwie. Außerdem haben elektronische Loops (nein, ich verwende keine vorgefertigten. Ich hab gar keine) den Nachteil, dass sie weder Anfang noch Ende haben.
Also ist davon irgendwie nichts fertig, sondern nur so Rumprobiere. Das am fertigsten soll noch einen Text kriegen bzw. hat schon einen, der nur irgendwie doof ist, ohne dass ich rauskriege, wie ich den besser machen kann.

So, äh - ich muss morgen früh raus.
13.10.08 22:43


Nachdem ich mich lange nicht mehr hier geäußert habe, ein kleiner Rückblick:

Mein Film wird und wird nicht fertig. Meine Hauptdarstellerin hat keine Zeit und verschiebt alles immer weiter nach hinten. Wenn das so weitergeht, breche ich das Projekt vorläufig ab und versuche mich an was kleinerem. Falls jemand eine Kurzfilmidee hat, her damit.

Der FiSH (Festival im Stadthafen) war toll - viel Stress, viel Arbeit, das MAU war nicht geheizt und man verrenkt sich den Hals, wenn man stundenlang auf den Vorschaumonitor an der Kamera kucken muss. Einfach toll.
Seit 2. Juni laufen auf RoK-TV jeden Montag die Aufnahmen des Festivalfernsehens, jede Woche ein anderer Filmblock, mit Filmemachergesprächen, Interviews und Jurydiskussionen. Da ich an Produktion, Aufnahme, Schnitt etc. maßgeblich beteiligt war, möchte ich das dringend empfehlen.

Teil 2 meines epischen Schwulenpornos hat begonnen - hat auch lange genug gedauert. Ich bin, natürlich, unzufrieden hinsichtlich Stil, Grammatik und Englischkenntnissen, aber auch sehr stolz auf mich.

Ich war (endlich, endlich) ein paar Tage in Berlin und habe es schön dort gehabt. Dank an T. für die Gastfreundschaft in der Überwohnung(TM). Vielleicht gelingt es mir, dieses Jahr nochmal hinzufahren. Auch wenn das Burg Herzberg Festival sowie Karlsruhe und Marburg eher dran sind.

Meine Geschwister haben heute Geburtstag und ich muss jetzt dringend ganz viel Torte essen.
8.6.08 12:20


Ich will nach Berlin!

Bis nächste Woche muss ich all meine Schauspieler beisammen haben, denn dann werden die Rollen festgelegt, das Storyboard präsentiert und ein Probedreh gemacht. Übernächste Woche sollen die Dreharbeiten losgehen. Ich bin fürchterlich hippelig.

Ich schlafe schlecht, seit Tagen, weiß aber nicht, warum. Ich hoffe, das gibt sich irgendwann wieder.
Von den vielen jungen Männern, die so auf Arbeit rumlaufen, sind die meisten nicht mein Fall. Einer, der es wäre, ist S., aber wie ich letzte Woche erfahren habe, will er nicht nur diesen Herbst nach Australien auswandern, sondern hat zudem Frau und Kind. Der einzige andere schöne junge Mann, den ich ins Auge gefasst hatte, hat heute die Mittagspause mit mir verbracht - was wertvoll ist, denn er redet nicht viel. Dabei habe ich nicht nur festgestellt, dass wir viele gemeinsame Interessen haben, dass wir in Zukund näher zusammenarbeiten werden und dass er echt verdammt hübsch ist, sondern auch, dass er eine Freundin hat. Ich hoffe, dass wir Freunde werden, wenn auch nicht mehr.
Mittlerweile scheint die Einsamkeit schon an mir zu nagen. Ich verbringe viel Zeit mit Kollegen, was toll ist, da ich endlich regelmäßigen Umgang mit normalen Menschen pflege, zudem welche, mit denen ich gut auskomme. Aber das ersetzt keine freiwillig miteinander verbrachte Freizeit.

Ich will nach Berlin, wo Menschen leben, die ich kenne und mag, und die ich sehr, sehr lange nicht gesehen habe. Vielleicht, wenn das Storyboard nicht nächste Woche fertig wird, vielleicht verschieben wir den Drehbeginn und ich nehme mir ein paar Tage frei ... hm, vielleicht sollte ich das mal mit dem Chef abklären.

Eine unserer Katzen ist möglicherweise trächtig. Nachdem ich sie regelmäßig für eine Stunde auf den Hof gelassen habe, wenn sie rollig war, hat sich endlich ein liebeskranker Kater eingefunden. Den hat sie erst mal verprügelt, ist dann aber doch mit ihm für die gesamte Nacht verschwunden. Ich bin gespannt.
Ich war heute nachmittag wieder im Tierheim. Wenn sich doch keine Katzenkinder bei uns einstellen, will ich unbedingt die von mir gezähmte Wildkatze aufnehmen - jedesmal, wenn ich sie besuche, denke ich mir 'die nehm ich gleich mit', und jedes Mal fällt mir ein, dass ich nicht allein darüber entscheiden darf. Meine Eltern sind dagegen - solange ich eine Wohnung mit ihnen teilen muss, muss ich das respektieren. Tja, wenn ich mal groß bin ...

Ich zeichne wieder ein wenig... mit etwas Disziplin kommt vielleicht auch mal irgendwann etwas bei raus. Ach, ich weiß auch nicht.
Ich versuch' erstmal, vor um zwei einzuschlafen ...
29.2.08 21:20


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